Dexamytrex: Augentropfen mit Antibiotikum und Kortison

Aktualisiert am 01.10.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Minuten

Dexamytrex Augentropfen enthalten zwei Wirkstoffe. Gentamicin ist ein Antibiotikum, Dexamethason ein entzündungshemmendes Glukokortikoid. Zugelassen sind die Tropfen bei Infektionen des vorderen Augenabschnitts mit gentamicin-empfindlichen Erregern, die eine stark entzündliche Reaktion zeigen. Die Anwendung gehört in ärztliche Hand.

Kurzantwort: Dexamytrex bekämpft Bakterien und dämpft zugleich die Entzündung. Es ist kein reines Entzündungsmittel. Die Fachinformation sieht in der Regel höchstens zwei Wochen Behandlung vor und verlangt Kontrollen des Augeninnendrucks.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Milliliter enthält 5,0 mg Gentamicinsulfat und 1,0 mg Dexamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium.
  • Anwendungsgebiet sind bakterielle Entzündungen der vorderen Augenabschnitte mit starker Entzündungsreaktion.
  • Bei Herpes, Pilzinfektionen und Hornhautgeschwüren dürfen die Tropfen nicht angewendet werden.
  • Während der Anwendung dürfen keine Kontaktlinsen getragen werden.

Zwei Wirkstoffe in einem Tropfen

Ein Milliliter Dexamytrex enthält 5,0 mg Gentamicinsulfat. Das entspricht 3,0 mg Gentamicin. Dazu kommt 1,0 mg Dexamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium. Gentamicin gehört zu den Aminoglykosid-Antibiotika und wirkt bakterizid. Es stört die Eiweißbildung in den Bakterien. Dexamethason ist ein synthetisches, fluoriertes Glukokortikoid. Es hemmt die Entzündung.

Nach der Fachinformation gelangt bei der Anwendung am Auge nur wenig Gentamicin in den Blutkreislauf. Wikipedia führt an, dass die bekannten Nieren- und Ohrschäden bei lokaler Anwendung nicht ins Gewicht fallen. Die Fachinformation hält fest, dass bei versehentlichem Verschlucken keine Maßnahmen nötig sind, weil Gentamicin im Darm kaum aufgenommen wird.

Anwendungsgebiete laut Fachinformation

Dexamytrex ist für Infektionen des vorderen Augenabschnitts mit gentamicin-empfindlichen Erregern zugelassen. Beispiele sind bakterielle Entzündungen der Bindehaut, der Hornhaut ohne Epitheldefekt und des Lidrandes, die eine stark entzündliche Reaktion aufweisen. Hinzu kommen allergische, superinfizierte Entzündungen von Bindehaut und Lidrand.

Eine Uveitis steht nicht im Anwendungsgebiet. Auch Entzündungen nach Operationen sind dort nicht genannt. Gesundheitsinformation.de erklärt, dass antibiotikahaltige Tropfen nur bei bakteriellen Entzündungen wirken. In Studien heilte die Entzündung mit Antibiotikum bei etwa 61 von 100 Teilnehmenden innerhalb von 4 bis 9 Tagen ab. Ohne Antibiotikum waren es etwa 48 von 100. Viele unkomplizierte Bindehautentzündungen klingen innerhalb von 1 bis 2 Wochen von selbst ab. Mehr zum Aufbau der Bindehaut bietet der Beitrag Bindehautsack. Zu Entzündungen am Lidrand gibt es den Beitrag Lidrandentzündung.

Gegenanzeigen

Nicht angewendet werden dürfen die Tropfen bei akuten eitrigen Erkrankungen des vorderen Augenabschnitts. Weitere Gegenanzeigen sind ein Herpes corneae superficialis, Verletzungen und Geschwüre der Hornhaut, eine Augentuberkulose und Pilzinfektionen des Auges. Auch eine Überempfindlichkeit gegen Dexamethason, Gentamicin oder einen sonstigen Bestandteil schließt die Anwendung aus.

Kurzantwort: Kortison am Auge kann bestimmte Infektionen verschlimmern. Laut Fachinformation können Infektionen durch Viren, Pilze oder gentamicin-unempfindliche Bakterien aktiviert, verstärkt oder verschleiert werden. Deshalb gehört die Diagnose in die Hand der Augenärztin oder des Augenarztes.

Dauer, Augeninnendruck und Kontaktlinsen

Die Behandlungsdauer von zwei Wochen soll in der Regel nicht überschritten werden. Zudem sind Kontrollen des Augeninnendrucks angezeigt. Bei einem Glaukom, besonders bei einem Engwinkelglaukom, ist die Anwendung nur nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko vorgesehen. Hintergrund ist, dass der Augeninnendruck ansteigen kann. Mehr zum Thema bietet der Beitrag Augeninnendruck.

Während der Anwendung dürfen keine Kontaktlinsen getragen werden. Bei Sehstörungen wie verschwommenem Sehen soll eine Augenärztin mögliche Ursachen abklären. Genannt werden Katarakt, Glaukom und seltene Erkrankungen wie die zentrale seröse Chorioretinopathie, die nach Kortikoiden berichtet wurden. Eine intensive oder langfristige Behandlung kann über die Aufnahme in den Körper ein Cushing-Syndrom oder eine Nebennierensuppression auslösen. Das gilt besonders bei Kindern und bei gleichzeitiger Behandlung mit CYP3A-Hemmstoffen wie Ritonavir oder Cobicistat.

Wenn weitere Augenmedikamente nötig sind, soll zwischen den Anwendungen ein Abstand von etwa 15 Minuten liegen. Augensalben kommen stets zuletzt. Für Kinder und Jugendliche liegen keine Daten vor.

Nebenwirkungen

Am Auge können Brennen, Stechen, Juckreiz, eine Rötung der Bindehaut, Schwellungen von Lid und Bindehaut, ein Kontaktekzem und verschwommenes Sehen auftreten. Die Pupille kann sich weiten. Nach Verletzungen der Hornhaut kann die Wundheilung gestört sein. Bei Defekten der Hornhaut sind Perforationen möglich. Bei längerer Behandlung können ein Glaukom und ein Katarakt entstehen.

Sehr selten wurden bei stark geschädigter Hornhaut unter phosphathaltigen Augentropfen Kalkablagerungen in der Hornhaut berichtet. Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Für die meisten Reaktionen nennt die Fachinformation die Häufigkeit als nicht bekannt.

Schwangerschaft, Haltbarkeit und Straßenverkehr

In der Schwangerschaft soll die Anwendung so weit wie möglich vermieden werden. Ist sie unbedingt erforderlich, dann so kurz und so niedrig dosiert wie möglich. In der Stillzeit ist die Indikation streng zu stellen. Gentamicin gelangt kaum in den Blutkreislauf, deshalb sind unerwünschte Wirkungen beim gestillten Säugling nicht zu erwarten.

Nach dem Eintropfen kann vorübergehend verschwommenes Sehen auftreten. Dann sollten Betroffene weder Auto fahren noch Maschinen bedienen. Das Arzneimittel ist ungeöffnet 24 Monate haltbar. Nach dem Anbruch dürfen die Augentropfen nicht länger als 6 Wochen verwendet werden. Die Flasche gehört im Umkarton vor Licht geschützt aufbewahrt und nicht über 25 °C gelagert. Einen Vergleich mit einem Antibiotikum ohne Kortison bietet der Beitrag Floxal Augentropfen.

Fazit

Dexamytrex verbindet ein Antibiotikum mit einem Kortikoid. Das passt bei bakteriellen Entzündungen des vorderen Auges mit starker Entzündungsreaktion. Wegen der Risiken von Kortison sind eine ärztliche Diagnose, eine kurze Behandlungsdauer und Kontrollen des Augeninnendrucks vorgesehen.

FAQ – Häufige Fragen

Was ist in Dexamytrex Augentropfen enthalten?

Ein Milliliter enthält 5,0 mg Gentamicinsulfat (entsprechend 3,0 mg Gentamicin) sowie 1,0 mg Dexamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium. Gentamicin ist ein Antibiotikum, Dexamethason ein Glukokortikoid.

Wofür sind Dexamytrex Augentropfen zugelassen?

Für Infektionen des vorderen Augenabschnitts mit gentamicin-empfindlichen Erregern. Dazu zählen bakterielle Entzündungen von Bindehaut, Hornhaut ohne Epitheldefekt und Lidrand mit starker Entzündungsreaktion.

Helfen die Tropfen bei Uveitis oder allergischen Augen?

Eine Uveitis steht nicht im Anwendungsgebiet. Allergische Entzündungen von Bindehaut und Lidrand nennt die Fachinformation nur, wenn sie zusätzlich bakteriell infiziert sind.

Wie lange dürfen die Tropfen angewendet werden?

Die Behandlungsdauer von 2 Wochen soll in der Regel nicht überschritten werden. Während der Anwendung sind Kontrollen des Augeninnendrucks angezeigt.

Dürfen Kontaktlinsen getragen werden?

Nein. Laut Fachinformation dürfen während der Anwendung keine Kontaktlinsen getragen werden.

Warum wird der Augeninnendruck kontrolliert?

Kortikoide am Auge können den Augeninnendruck steigern. Bei einem Glaukom ist die Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung vorgesehen.

Wie lange sind angebrochene Tropfen haltbar?

Nach dem Anbruch höchstens 6 Wochen. Die Flasche gehört im Umkarton vor Licht geschützt und nicht über 25 °C gelagert.

Sind die Tropfen in Schwangerschaft und Stillzeit geeignet?

In der Schwangerschaft soll die Anwendung so weit wie möglich vermieden werden. In der Stillzeit ist die Indikation streng zu stellen. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt.

Darf nach dem Eintropfen Auto gefahren werden?

Erst wenn das Sehen wieder klar ist. Vorübergehend verschwommenes Sehen kann die Fähigkeit zum Straßenverkehr beeinträchtigen.

Was gilt bei weiteren Augentropfen oder Augensalben?

Zwischen zwei Anwendungen sollte etwa 15 Minuten Abstand liegen. Eine Augensalbe wird stets als Letztes angewendet.

Mehr zum Thema

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Medikamenten klären Ärztin, Arzt oder Apotheke die Ursache und das weitere Vorgehen.

Quellen

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