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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Die wichtigste Nebenwirkung von Eplerenon ist ein zu hoher Kaliumspiegel im Blut, die Hyperkaliämie. Häufig treten außerdem Schwindel, niedriger Blutdruck, Durchfall und Übelkeit auf. Weil Kalium gefährlich ansteigen kann, kontrolliert die Praxis den Wert vor Beginn, in der ersten Woche und nach einem Monat. Viele Wechselwirkungen laufen über das Leberenzym CYP3A4.
Das Wichtigste in Kürze
- Eplerenon ist ein selektiver Aldosteron-Antagonist.
- Hauptrisiko: zu viel Kalium im Blut.
- Starke CYP3A4-Hemmer dürfen nicht kombiniert werden.
- Bekanntester Handelsname: Inspra, dazu Generika.
Was ist Eplerenon?
Eplerenon gehört zu den Aldosteron-Antagonisten. Aldosteron ist ein Hormon der Nebenniere. Es sorgt dafür, dass der Körper Salz und Wasser zurückhält und Kalium ausscheidet. Eplerenon blockiert die Andockstellen dieses Hormons, die Mineralokortikoid-Rezeptoren. Der Körper scheidet dadurch mehr Salz und Wasser aus. Kalium bleibt dagegen im Körper. Das Herz wird entlastet.
Ärztinnen und Ärzte setzen Eplerenon bei Herzschwäche ein. Zugelassen ist es nach einem Herzinfarkt mit geschwächter linker Herzkammer und bei chronischer Herzschwäche im Stadium NYHA II. Nach einem akuten Infarkt beginnt die Behandlung meist 3 bis 14 Tage nach dem Ereignis. Das Original heißt Inspra, daneben gibt es Generika.
Eplerenon Nebenwirkungen im Überblick
Die Fachinformationen nennen eine Reihe von Nebenwirkungen. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten zusammen.
| Bereich | Mögliche Nebenwirkungen |
|---|---|
| Blutsalze | zu viel Kalium (Hyperkaliämie), zu wenig Natrium |
| Kreislauf | Schwindel, niedriger Blutdruck |
| Verdauung | Durchfall, Übelkeit |
| Niere | eingeschränkte Nierenfunktion |
| Stoffwechsel | veränderte Blutfette |
| Sonstiges | Kopfschmerzen, Hautreaktionen |
Kurzantwort: Die wichtigste Nebenwirkung von Eplerenon ist zu viel Kalium im Blut. Häufig sind auch Schwindel, niedriger Blutdruck, Durchfall und Übelkeit.
Hyperkaliämie: das zentrale Risiko
Eplerenon wirkt kaliumsparend. Das ist gewollt, kann aber zu weit gehen. Ein sehr hoher Kaliumspiegel stört die Erregung von Muskeln und Herz. Mögliche Folgen sind Muskelschwäche, Kribbeln und Herzrhythmusstörungen. Oft bemerken Betroffene lange nichts. Deshalb sind Blutkontrollen so wichtig.
Die Gelbe Liste nennt klare Zeitpunkte für die Kaliumkontrolle.
- vor Beginn der Behandlung
- innerhalb der ersten Behandlungswoche
- einen Monat nach Beginn oder nach einer Dosisänderung
- danach in regelmäßigen Abständen
Liegt der Kaliumwert zu Beginn über 5,0 mmol/l, darf Eplerenon nicht starten. Das Risiko steigt bei eingeschränkter Nierenfunktion. Es steigt auch, wenn weitere Mittel das Kalium erhöhen. Das Gegenteil, einen Kaliummangel, beschreibt der Beitrag Kaliummangel: Symptome.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Eplerenon wird überwiegend über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut. Das macht es anfällig für Wechselwirkungen. Wichtig sind zwei Gruppen.
Mittel, die den Eplerenon-Spiegel verändern:
- Starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir oder Clarithromycin sind verboten. Sie treiben den Spiegel stark nach oben.
- Schwache bis mittelstarke Hemmer erfordern eine Anpassung durch die Ärztin.
- CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin oder Johanniskraut können die Wirkung abschwächen.
Mittel, die das Kalium oder die Niere belasten:
- ACE-Hemmer und Sartane erhöhen das Risiko für Hyperkaliämie.
- Kaliumsparende Diuretika und Kaliumpräparate dürfen nicht parallel laufen.
- Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR können die Niere schädigen und das Kalium steigern.
- Lithium kann in Kombination giftiger wirken.
Kaliumhaltige Präparate kommen auch in Salzersatz vor. Mehr dazu steht unter Kaliumchlorid.
Kurzantwort: Starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol oder Ritonavir sind mit Eplerenon verboten. ACE-Hemmer, Sartane und NSAR erhöhen das Kaliumrisiko.
Wann Eplerenon nicht eingenommen werden darf
- Kalium im Blut über 5,0 mmol/l bei Behandlungsbeginn
- schwere Nierenschwäche mit einer eGFR unter 30
- schwere Leberschwäche (Child-Pugh C)
- gleichzeitige Einnahme starker CYP3A4-Hemmer
- gleichzeitige Einnahme kaliumsparender Diuretika
Für Schwangerschaft und Stillzeit gibt es wenige Daten. Hier entscheidet die Ärztin im Einzelfall.
Warnzeichen: Wann schnell zum Arzt?
Die meisten Nebenwirkungen sind mild. Einige Beschwerden sollten aber rasch ärztlich abgeklärt werden, weil sie auf einen entgleisten Kaliumwert oder eine überlastete Niere hinweisen können.
- Herzstolpern, Herzrasen oder ein auffällig langsamer Puls
- ausgeprägte Muskelschwäche oder Lähmungsgefühl in Armen und Beinen
- Kribbeln oder Taubheit in Händen und Füßen
- deutlich weniger Urin als gewohnt
- starker Schwindel bis zur Ohnmacht
Bei solchen Zeichen hilft eine schnelle Blutabnahme. Sie zeigt, ob Kalium oder Nierenwerte aus dem Ruder gelaufen sind.
Eplerenon und Spironolacton im Vergleich
Spironolacton ist der ältere Wirkstoff derselben Gruppe. Eplerenon bindet gezielter an den Aldosteron-Rezeptor. Deshalb treten hormonelle Nebenwirkungen wie eine Brustvergrößerung bei Männern seltener auf. Das Kaliumrisiko besteht bei beiden Mitteln. Eplerenon erreicht nach etwa zwei Stunden den höchsten Spiegel im Blut. Die Halbwertszeit liegt bei drei bis fünf Stunden.
Bei Herzschwäche kommen oft mehrere Mittel zusammen. Ein weiteres häufig eingesetztes Präparat beschreibt der Beitrag Entresto: Nebenwirkungen.
Praktische Hinweise für den Alltag
- Kontrolltermine für Blutwerte fest einplanen.
- Keine Kaliumpräparate oder Salzersatz ohne Rücksprache verwenden.
- Vor jeder neuen Arznei, auch Schmerzmitteln, Rücksprache halten.
- Bei Durchfall oder Erbrechen die Praxis informieren, da sich Blutsalze verschieben.
- Langsam aufstehen, wenn Schwindel auftritt.
Fazit
Eplerenon entlastet das Herz bei Herzschwäche. Die wichtigste Nebenwirkung ist ein zu hoher Kaliumspiegel. Häufig sind zudem Schwindel, niedriger Blutdruck, Durchfall und Übelkeit. Regelmäßige Blutkontrollen und ein Blick auf Wechselwirkungen über CYP3A4 machen die Therapie sicherer.
FAQ – Häufige Fragen
Was ist die häufigste Nebenwirkung von Eplerenon?
Ein erhöhter Kaliumspiegel im Blut.
Macht Eplerenon schwindelig?
Ja, Schwindel und niedriger Blutdruck gehören zu den häufigen Nebenwirkungen.
Wann wird Kalium unter Eplerenon kontrolliert?
Vor Beginn, in der ersten Woche und einen Monat nach Start oder Dosisänderung.
Ab welchem Kaliumwert darf Eplerenon nicht starten?
Ab einem Wert über 5,0 mmol/l.
Darf man Eplerenon mit Ibuprofen kombinieren?
Nur nach Rücksprache. NSAR können die Niere schädigen und das Kalium erhöhen.
Welche Antibiotika sind problematisch?
Clarithromycin ist als starker CYP3A4-Hemmer kontraindiziert.
Wirkt Johanniskraut auf Eplerenon?
Ja, es kann die Wirkung abschwächen.
Was ist der Unterschied zu Spironolacton?
Eplerenon wirkt gezielter und verursacht seltener hormonelle Nebenwirkungen.
Wie lange wirkt Eplerenon?
Die Halbwertszeit liegt bei drei bis fünf Stunden.
Wie heißt Eplerenon als Handelspräparat?
Das Original heißt Inspra. Es gibt zahlreiche Generika.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Fragen zur eigenen Therapie klären Betroffene bitte mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt.
Quellen

Johanna interessiert sich für das, was der Körper einem sagen will. Sie schreibt über Symptome, Ursachen und wann man handeln sollte.
