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Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 6 Minuten
Sultanol Dosier-Aerosol enthält den Wirkstoff Salbutamol und erweitert verengte Atemwege. Die Fachinformation nennt als Anwendungsgebiete die Verhütung und Behandlung von Atemwegserkrankungen mit Verengung durch Krämpfe der Bronchialmuskulatur. Beispiele sind Asthma bronchiale, chronische Bronchitis und Lungenemphysem. Ein Sprühstoß enthält 100 Mikrogramm Salbutamol, abgegeben aus dem Ventil.
Kurzantwort: Sultanol lindert akute Atemnot bei verkrampften Bronchien und kann vor Anstrengung oder Allergenkontakt vorbeugen. Eine längere Behandlung soll nur zusammen mit einer entzündungshemmenden Dauertherapie erfolgen. Das Spray hat kein Zählwerk und reicht für 200 Sprühstöße.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Sprühstoß enthält 120 Mikrogramm Salbutamolsulfat, entsprechend 100 Mikrogramm Salbutamol.
- Das Dosier-Aerosol enthält Wirkstoff für 200 Sprühstöße und besitzt kein Zählwerk.
- Beta-Rezeptorenblocker sind laut Fachinformation eine Gegenanzeige.
- Wer das Spray öfter als zweimal pro Woche braucht, lässt die Asthmatherapie überprüfen.
Wie Salbutamol wirkt
Salbutamol ist ein kurz wirksames Beta-2-Sympathomimetikum. Es entspannt die glatte Muskulatur der Bronchien, die Atemwege weiten sich. Inhaliert setzt die Wirkung laut Wikipedia nach 5 bis 15 Minuten ein. Die Halbwertszeit liegt bei 3 bis 4 Stunden. Fachleute zählen solche Mittel zu den Bedarfsmedikamenten, den „Relievern“. Sie wirken schnell gegen akute Beschwerden.
Gesundheitsinformation.de unterscheidet Bedarfs- und Dauermedikamente. Dauermedikamente enthalten meist Kortison, mindern die Entzündungsbereitschaft der Bronchien und kommen täglich zum Einsatz. Bei leichtem Asthma kann zunächst das Bedarfsmedikament genügen. Zur Anwendung bei Kindern informiert der Beitrag Salbutamol bei Kindern.
Anwendungsgebiete und Zulassung
Die Fachinformation nennt die Verhütung und Behandlung obstruktiver Atemwegserkrankungen. Dazu zählen Asthma bronchiale, chronische Bronchitis und das Lungenemphysem. Sultanol wird bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern von 4 bis 11 Jahren angewendet. Zur gezielten Vorbeugung bei Anstrengungsasthma oder vorhersehbarem Allergenkontakt ist eine Inhalation vor der Belastung vorgesehen.
Ein wichtiger Hinweis der Fachinformation lautet: Eine längerfristige Behandlung soll symptomorientiert und nur in Verbindung mit einer entzündungshemmenden Dauertherapie erfolgen. Salbutamol sollte nicht als einzige Therapie bei persistierendem Asthma dienen. Wie viele Sprühstöße im Einzelfall passen, legt die behandelnde Ärztin oder der Arzt fest.
Richtig inhalieren
Vor der ersten Anwendung oder nach fünf Tagen ohne Gebrauch wird die Schutzkappe abgezogen und das Dosier-Aerosol kräftig geschüttelt. Dann werden zwei Sprühstöße in die Luft ausgelöst. Bei jeder Anwendung prüft man das Mundrohr auf Fremdkörper und schüttelt erneut. Das Aerosol wird senkrecht mit dem Boden nach oben gehalten.
Man atmet langsam so tief wie möglich aus und umschließt das Mundstück fest mit den Lippen. Danach atmet man tief und gleichmäßig ein. Kurz nach Beginn des Einatmens drückt man den Behälter einmal fest nach unten. Der Atem wird so lange wie möglich angehalten. Soll ein weiterer Sprühstoß folgen, wartet man etwa eine halbe Minute. Zuletzt kommt die Schutzkappe wieder auf das Mundstück.
Das Mundrohr wird mindestens einmal in der Woche in warmem Wasser gespült und gründlich getrocknet. Der Behälter selbst gehört nicht ins Wasser. Für Säuglinge und Kleinkinder nennt die Fachinformation den Babyhaler. Das Volumatic-Inhalationsgerät ist ebenfalls beschrieben.
200 Sprühstöße und kein Zählwerk
Das Dosier-Aerosol enthält nur genug Wirkstoff für 200 Sprühstöße. Danach kann es weitersprühen, gibt aber nicht mehr die vorgesehene Menge ab. Schütteln, Wiegen oder Untertauchen sind zu ungenau, um einen leeren Behälter zu erkennen. Die Fachinformation nennt berichtete Fälle schwerer Asthma-Exazerbationen.
Deshalb rät sie, die abgegebenen Sprühstöße aufzuschreiben und ein Ersatzspray bereitzuhalten. Wer mehrere Aerosole besitzt, zählt für jedes getrennt.
Nebenwirkungen im Überblick
Häufig treten Zittern, Kopfschmerzen, Herzrasen und ein Anstieg des Blutzuckers auf. Gelegentlich kommen Unruhe, Herzklopfen, Muskelkrämpfe, Reizungen von Mund und Rachen und Geschmacksveränderungen vor. Feinschlägiger Tremor, Unruhe und Kopfschmerzen können sich bei fortgesetzter Behandlung innerhalb von 1 bis 2 Wochen zurückbilden.
Selten ist ein Kaliummangel. Sehr selten sind Herzrhythmusstörungen, Überempfindlichkeitsreaktionen und ein paradoxer Bronchospasmus mit sofort stärkerem Giemen. Dann soll die Behandlung mit dem Spray unverzüglich enden. Eine Ärztin muss die Betroffenen untersuchen.
Kurzantwort: Zittern, Kopfschmerzen und Herzrasen sind häufige Begleiter von Salbutamol und klingen meist ab. Brustschmerzen, verstärktes Giemen oder keine Besserung der Atemnot erfordern ärztliche Abklärung.
Wann Vorsicht gilt
Gegenanzeigen sind eine Überempfindlichkeit gegen Salbutamol oder das Treibmittel Norfluran sowie die gleichzeitige Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern. Mit Vorsicht und nur bei strenger Indikation wird das Spray bei schweren Herzerkrankungen, frischem Herzinfarkt, koronarer Herzkrankheit, Tachykardie, schwerem Bluthochdruck, Aneurysmen, Überfunktion der Schilddrüse, schwer einstellbarem Diabetes, einem Phäochromozytom und der Einnahme von Digitalisglykosiden angewendet.
Wer Brustschmerzen oder Symptome einer sich verschlimmernden Herzerkrankung bemerkt, holt ärztlichen Rat. Wirkt eine zuvor wirksame Gabe keine drei Stunden mehr, gehört auch das in ärztliche Hände. Ein steigender Bedarf zeigt eine Verschlechterung an. Wer Salbutamol mehr als zweimal pro Woche nach Bedarf braucht, lässt die Therapie überprüfen. Die Gabe vor dem Sport zählt nicht mit.
Ein Peak-Flow-Meter hilft bei der täglichen Selbstkontrolle nach ärztlicher Anleitung. Zu Atemgeräuschen und anderen Symptomen bieten die Beiträge Pfeifen beim Ausatmen und Schleim husten Hintergrund.
Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Doping
Beta-Rezeptorenblocker schwächen die Wirkung ab und bergen das Risiko schwerer Bronchospasmen. Antidiabetika können schwächer wirken. Theophyllin, andere Sympathomimetika, Digitalisglykoside, Chinidin, L-Dopa, L-Thyroxin, Oxytocin, Alkohol, Mutterkornalkaloide, MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva und Procarbazin können Wirkung und Nebenwirkungen verändern. Bei hoher Dosierung kann ein Kaliummangel auftreten, besonders zusammen mit Theophyllin, Kortikoiden oder Diuretika.
Vor einer Narkose mit halogenierten Anästhetika soll Salbutamol möglichst mindestens 6 Stunden vorher nicht mehr angewendet werden. In der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, ist eine strenge Indikation nötig. Salbutamol passiert die Plazenta. In der Stillzeit empfiehlt die Fachinformation eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. Bei Dopingkontrollen kann das Spray zu positiven Ergebnissen führen.
Fazit
Sultanol Dosier-Aerosol wirkt als Bedarfsmedikament schnell gegen verkrampfte Bronchien. Die richtige Technik, das Zählen der 200 Sprühstöße und eine entzündungshemmende Dauertherapie gehören zur sicheren Anwendung. Beta-Rezeptorenblocker und bestimmte Herzerkrankungen verlangen besondere Vorsicht.
FAQ – Häufige Fragen
Wofür wird Sultanol Dosier-Aerosol angewendet?
Zur Verhütung und Behandlung obstruktiver Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale, chronischer Bronchitis und Lungenemphysem. Das Spray wirkt über eine Entspannung der Bronchialmuskulatur.
Wie viel Wirkstoff enthält ein Sprühstoß?
Ein Sprühstoß enthält 120 Mikrogramm Salbutamolsulfat. Das entspricht 100 Mikrogramm Salbutamol aus dem Ventil. Aus dem Mundrohr werden 90 Mikrogramm abgegeben.
Wie schnell wirkt Sultanol?
Laut Wikipedia setzt die Wirkung inhalativ nach 5 bis 15 Minuten ein. Die Fachinformation beschreibt bei einem akuten Anfall in den meisten Fällen eine rasche Erleichterung der Atmung.
Wie lange hält die Wirkung an?
Die Halbwertszeit von Salbutamol liegt bei 3 bis 4 Stunden. Hält eine zuvor wirksame Gabe nicht mindestens drei Stunden an, gehört das ärztlich abgeklärt.
Woran erkennt man ein leeres Dosier-Aerosol?
Es hat kein Zählwerk und reicht für 200 Sprühstöße. Schütteln, Wiegen oder Untertauchen sind zu ungenau. Die Fachinformation rät, die Sprühstöße zu notieren und ein Ersatzspray bereitzuhalten.
Darf Sultanol als einziges Asthmamittel genutzt werden?
Nein. Salbutamol soll bei persistierendem Asthma nicht die einzige Therapie sein. Eine längere Behandlung erfolgt nur zusammen mit einer entzündungshemmenden Dauertherapie.
Welche Medikamente sind problematisch?
Beta-Rezeptorenblocker sind eine Gegenanzeige. Auch Theophyllin, andere Sympathomimetika, Digitalisglykoside und einige weitere Mittel können Wirkung oder Nebenwirkungen verändern. Ärztin oder Apotheke prüfen die gesamte Medikation.
Ist Sultanol in Schwangerschaft und Stillzeit erlaubt?
Salbutamol passiert die Plazenta. In der Schwangerschaft, besonders in den ersten drei Monaten, ist eine strenge Indikation nötig. In der Stillzeit wird eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen.
Führt Sultanol zu positiven Dopingtests?
Ja, die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Leistungssportler besprechen den Einsatz vorab mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt.
Was ist vor einer Narkose zu beachten?
Bei Narkosen mit halogenierten Anästhetika besteht ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen und Blutdrucksenkung. Salbutamol soll deshalb mindestens 6 Stunden vor Narkosebeginn möglichst nicht mehr angewendet werden.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Medikamenten klären Ärztin, Arzt oder Apotheke die Ursache und das weitere Vorgehen.
Quellen
- Fachinformation Sultanol Dosier-Aerosol (Stand November 2025)
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG): Medikamente für Menschen mit Asthma
- Wikipedia: Salbutamol

Paul liest Studien, bevor er schreibt, und übersetzt sie in Sätze für den Küchentisch. Seine Themen: Wirkstoffe, Dosierungen, Wechselwirkungen.
