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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
Die seltenste Blutgruppe im gängigen AB0-Rhesus-System ist AB negativ. Nur etwa 1 Prozent der Menschen in Deutschland tragen sie. Noch seltener sind Typen außerhalb dieses Systems wie Rh-null und der Bombay-Phänotyp.
Kurzantwort: In Deutschland ist AB negativ mit rund 1 Prozent die seltenste übliche Blutgruppe. Weltweit noch seltener ist Rh-null mit weniger als 50 bekannten Menschen.
Das Wichtigste in Kürze
- Häufigste Gruppen in Deutschland: A positiv (37 Prozent) und 0 positiv (35 Prozent).
- AB negativ kommt auf etwa 1 Prozent, B negativ auf etwa 2 Prozent.
- Rh-null ist weltweit nur von weniger als 50 Personen bekannt.
- Der Bombay-Phänotyp tritt etwa bei 1 von 300.000 Menschen auf.
Was ist die seltenste Blutgruppe in Deutschland?
Das AB0-System kennt vier Gruppen: A, B, AB und 0. Dazu kommt der Rhesusfaktor, der positiv oder negativ ausfällt. Daraus entstehen acht Kombinationen. Ihre Häufigkeit unterscheidet sich deutlich.
| Blutgruppe | Anteil in Deutschland |
|---|---|
| A positiv | 37 Prozent |
| 0 positiv | 35 Prozent |
| B positiv | 9 Prozent |
| 0 negativ | 6 Prozent |
| A negativ | 6 Prozent |
| AB positiv | 4 Prozent |
| B negativ | 2 Prozent |
| AB negativ | 1 Prozent |
Rund 85 Prozent der Menschen sind Rhesus-positiv. Etwa 15 Prozent sind Rhesus-negativ. AB negativ liegt mit 1 Prozent am Ende der Liste. In Österreich und der Schweiz ergibt sich ein ähnliches Bild.
Seltenste Blutgruppe der Welt: Rh-null
Bei Rh-null fehlen auf den roten Blutkörperchen sämtliche Rhesus-Antigene. Die Fachwelt nennt diesen Typ auch „goldenes Blut“. Weniger als 50 Menschen weltweit sind bekannt. Wer Rh-null trägt, kann nur Blut von anderen Rh-null-Personen vertragen.
Die Form der roten Blutkörperchen kann bei Rh-null verändert sein. Eine leichte Blutarmut ist möglich. Deshalb lagern Blutbanken für diese Fälle Spenden ein. Personen mit Rh-null sind zugleich wichtige Spender für andere Rh-null-Träger.
Bombay-Blutgruppe: Wenn 0 nicht gleich 0 ist
Beim Bombay-Phänotyp fehlt die Vorläufersubstanz H, aus der die AB0-Merkmale entstehen. Die Betroffenen reagieren im Standardtest wie Blutgruppe 0. Trotzdem vertragen sie kein normales 0-Blut. Ihr Körper bildet früh Antikörper gegen die Substanz H, die in allen anderen Blutgruppen vorkommt.
Weltweit tritt dieser Typ etwa bei 1 von 300.000 Menschen auf. In einigen Regionen Indiens ist er mit etwa 1 zu 7.600 deutlich häufiger. Dort heiraten Verwandte häufiger. Beide Eltern geben dann die seltene Genvariante weiter. Ursache ist eine Veränderung im FUT1-Gen auf Chromosom 19. Geeignet sind nur Spenderblut von Menschen mit demselben Typ oder Eigenblut.
Kurzantwort: Der Bombay-Phänotyp wird leicht für Blutgruppe 0 gehalten. Ein Spezialtest deckt ihn auf. Betroffene dürfen kein gewöhnliches 0-Blut erhalten.
Weitere seltene Blutgruppensysteme
Neben AB0 und Rhesus kennt die Medizin weitere Systeme. Das Kell-System gilt als drittwichtigstes. Etwa 92 Prozent der Menschen sind Kell-negativ, rund 7,8 Prozent tragen das Merkmal auf einem Gen und nur etwa 0,2 Prozent auf beiden. Im Juni 2025 wurde als 48. System das PIGZ-System beschrieben. Der Typ Gwada-negativ ist bislang von einer einzigen Person bekannt.
Das Kell-Merkmal ist für die Praxis wichtig. Antikörper dagegen können nach einer Transfusion oder in der Schwangerschaft Reaktionen auslösen. Die vielen Systeme zeigen, warum vor einer Transfusion ein Abgleich im Labor stattfindet. Die Kreuzprobe prüft, ob Spender und Empfänger zusammenpassen. Blutwerte wie der MCV-Wert oder Hinweise auf eine Erythrozytose betreffen dagegen Zahl und Größe der roten Blutkörperchen und nicht die Blutgruppe.
Rhesusfaktor in der Schwangerschaft
Der Rhesusfaktor spielt besonders in der Schwangerschaft eine Rolle. Ist die Mutter Rhesus-negativ und das Kind Rhesus-positiv, kann der Körper der Mutter Antikörper bilden. Diese können bei einer späteren Schwangerschaft das Kind gefährden. Die Frauenarztpraxis bestimmt den Rhesusfaktor deshalb früh und schützt mit einer Vorbeugung, der sogenannten Anti-D-Prophylaxe.
Blutgruppe bestimmen lassen und spenden
Die eigene Blutgruppe zeigt der Blutspendeausweis, der Mutterpass oder ein Labortest in der Hausarztpraxis. Beim Blutspenden erhalten Spendende sie nach der ersten Spende mitgeteilt. Seltene Gruppen sind für Spendedienste besonders wertvoll. Spendewillige mit negativer Blutgruppe werden oft gezielt angesprochen. Wer spenden möchte, findet Termine bei Blutspendediensten und Kliniken vor Ort.
Die Gerinnung ist ein eigenes Thema. Wie die Blutgerinnung funktioniert und welche Werte sie beschreiben, erklärt ein eigener Beitrag. Die Blutgruppe beeinflusst sie nicht direkt.
Fazit
AB negativ ist mit rund 1 Prozent die seltenste übliche Blutgruppe in Deutschland. Global gelten Rh-null und der Bombay-Phänotyp als noch seltener. Wer eine seltene Gruppe trägt, sollte sie im Notfallausweis festhalten und Spendedienste darüber informieren.
FAQ – Häufige Fragen
Was ist die seltenste Blutgruppe in Deutschland?
AB negativ. Sie kommt mit etwa 1 Prozent der Bevölkerung am seltensten vor.
Was ist die seltenste Blutgruppe der Welt?
Rh-null, auch „goldenes Blut“ genannt. Weniger als 50 Menschen weltweit sind bekannt.
Welche Blutgruppe ist am häufigsten?
In Deutschland A positiv mit 37 Prozent, dicht gefolgt von 0 positiv mit 35 Prozent. Weltweit ist Blutgruppe 0 am häufigsten.
Was bedeutet Rhesus negativ?
Auf den roten Blutkörperchen fehlt das Rhesus-D-Merkmal. Etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland sind Rhesus-negativ.
Wie selten ist der Bombay-Phänotyp?
Weltweit tritt er etwa bei 1 von 300.000 Menschen auf. In Teilen Indiens liegt die Rate bei etwa 1 zu 7.600.
Warum kann Bombay-Blut nicht mit 0 getauscht werden?
Betroffene bilden Antikörper gegen die Vorläufersubstanz H. Sie lehnen deshalb jedes normale 0-Blut ab.
Wer ist Universalspender?
Blutgruppe 0 negativ gilt als besonders gut verträglich für rote Blutkörperchen. Sie hilft oft in Notfällen, bevor die Blutgruppe des Empfängers feststeht.
Kann sich die Blutgruppe im Leben ändern?
Nein. Sie ist genetisch festgelegt. Nach einer Stammzell- oder Knochenmarktransplantation kann sich der Befund im Blut allerdings ändern.
Wo lässt sich die Blutgruppe feststellen?
Ein Test in der Hausarztpraxis oder bei einer Blutspende liefert das Ergebnis. Der Wert steht dann im Blutspendeausweis.
Warum ist eine seltene Blutgruppe ein Risiko?
Passendes Spenderblut ist schwerer zu finden. Notfallausweis und Kontakt zu Spendediensten verbessern die Versorgung.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Quellen

Johanna interessiert sich für das, was der Körper einem sagen will. Sie schreibt über Symptome, Ursachen und wann man handeln sollte.
