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Stand: Oktober 2026 · Lesezeit: 7 Minuten
Lonolox ist ein verschreibungspflichtiges Blutdruckmittel mit dem Wirkstoff Minoxidil von Pfizer. Die Tabletten gibt es mit 2,5 mg und mit 10 mg Wirkstoff. Sie sind für Bluthochdruck zugelassen, der trotz maximaler Dosen anderer Mittel nicht ausreichend sinkt.
Kurzantwort: Lonolox enthält Minoxidil, einen gefäßerweiternden Wirkstoff gegen therapieresistenten Bluthochdruck. Die Fachinformation sieht immer die Kombination mit einem Diuretikum und einem Betasympatholytikum vor.
Das Wichtigste in Kürze
- Wirkstoff ist Minoxidil, die Tabletten enthalten 2,5 mg oder 10 mg.
- Zugelassen ist Lonolox nur bei therapieresistentem Bluthochdruck.
- Sehr häufig sind Tachykardie, Hypertrichose und EKG-Veränderungen.
- Die Einstellung gehört in eine Spezialambulanz oder Spezialklinik.
Wirkstoff, Stärken und Zulassung
Der Wirkstoff von Lonolox heißt Minoxidil. Pfizer bietet zwei Tablettenstärken an. Eine Tablette Lonolox 2,5 enthält 2,5 mg Minoxidil, eine Tablette Lonolox 10 enthält 10 mg. Beide Tabletten haben eine Bruchrille und lassen sich teilen. Als sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung steckt Lactose-Monohydrat darin (95,8 mg beziehungsweise 90,3 mg je Tablette).
Die Packungen gibt es mit 30 und mit 100 Tabletten. Lonolox ist verschreibungspflichtig. Die Zulassung wurde am 25. Juni 1982 erteilt und zuletzt am 24. September 2010 verlängert. Die Fachinformation trägt den Stand November 2023. Die Tabletten halten 3 Jahre und lagern nicht über 25 °C in der Originalverpackung, damit sie trocken bleiben.
Anwendungsgebiet: therapieresistenter Bluthochdruck
Zugelassen ist Lonolox bei Bluthochdruck, wenn maximale Dosen anderer Antihypertonika keinen ausreichenden Erfolg gezeigt haben. Gemeint ist eine Dreifachkombination aus Betablocker, Diuretikum und Vasodilatator oder eine vergleichbare Kombination. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von therapieresistenter Hypertonie. Bei leichtem oder schwankendem Bluthochdruck empfiehlt die Fachinformation Lonolox nicht.
Das Mittel gilt deshalb als Reservemittel. Üblich sind zuerst Wirkstoffe wie in den Beiträgen zu Ramipril, Amlodipin oder Nebivolol. Ob der Blutdruck im Alltag tatsächlich dauerhaft zu hoch liegt, zeigt unter anderem die Langzeit-Blutdruckmessung. Wie sich ein hoher unterer Wert erklärt, beschreibt der Beitrag zum hohen diastolischen Blutdruck.
Lonolox soll laut Fachinformation immer gleichzeitig mit einem Diuretikum und einem Betasympatholytikum gegeben werden. Die Einstellung gehört in eine Spezialambulanz oder Spezialklinik. Dort sind regelmäßige Kontrollen gesichert. Bei Kindern bis 12 Jahre ist die Anwendung auf schwere Hypertonie mit Schäden an Zielorganen begrenzt, wenn andere Behandlungen versagt haben. Sie beginnt im Krankenhaus unter engmaschiger Überwachung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt.
So wirkt Minoxidil im Körper
Minoxidil weitet die Widerstandsgefäße. Der aktive Metabolit öffnet ATP-abhängige Kaliumkanäle in der glatten Gefäßmuskulatur. Die Muskelzellen erschlaffen. Der Widerstand in den Arterien sinkt. Damit fallen der systolische wie der diastolische Blutdruck.
Der Körper antwortet auf diese Gefäßerweiterung mit Gegenreaktionen. Über Barorezeptoren steigen Herzfrequenz und Pumpkraft. Zusätzlich nimmt die Reninaktivität zu. Der Körper hält Natrium und Wasser zurück, das Flüssigkeitsvolumen wächst. Betablocker dämpfen den schnellen Puls. Diuretika halten den Wasserhaushalt im Gleichgewicht. Deshalb gehören beide Mittel zum festen Behandlungsplan.
Nach dem Schlucken gelangt Minoxidil zu mindestens 90 % ins Blut. Nach etwa 30 Minuten ist es im Plasma messbar, die höchste Konzentration erreicht es nach rund 60 Minuten. Mindestens 90 % werden in der Leber abgebaut. Die Halbwertszeit im Plasma beträgt im Mittel etwa 4 Stunden. Die Wirkung hält dennoch mehrere Tage an. Plasmaproteine binden den Wirkstoff nicht. Die Blut-Hirn-Schranke überwindet er nicht.
Kurzantwort: Minoxidil weitet die Gefäße und senkt so den Blutdruck. Der Körper reagiert darauf mit schnellerem Puls und Wassereinlagerung. Deshalb wird Lonolox immer mit Betablocker und Diuretikum kombiniert.
Nebenwirkungen laut Fachinformation
Sehr häufig sind laut Fachinformation Tachykardie, Perikarditis, Hypertrichose, eine Veränderung der Haarfarbe und Veränderungen im EKG. Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen Salz- und Wasserretention, Ödeme, Perikarderguss mit möglicher Tamponade sowie Magen-Darm-Unverträglichkeiten. Gelegentlich treten Pleuraergüsse und Spannungsgefühl in der Brust auf. Selten sind unter anderem Thrombozytopenie, Leukopenie, allergische Reaktionen, Glucoseintoleranz, Angina pectoris, Übelkeit und Gynäkomastie. Das Stevens-Johnson-Syndrom wird selten genannt. Die toxisch-epidermale Nekrolyse tritt mit nicht bekannter Häufigkeit auf.
Eine Hypertrichose zeigt sich bei den meisten Behandelten. Fein behaarte Körperstellen bekommen längere, dichtere und dunklere Haare, meist 3 bis 6 Wochen nach Therapiebeginn zuerst im Gesicht. Eine Hormonstörung steckt nicht dahinter. Bei weniger als 10 % war sie schwer oder nicht erträglich. Ein bis sechs Monate nach dem Absetzen bildet sie sich zurück.
EKG-Veränderungen, vor allem an der T-Welle, treten kurz nach Beginn bei etwa 60 % der Patienten auf. Sie bleiben meist ohne Anzeichen einer Ischämie und verschwinden bei längerer Behandlung. Perikardergüsse beobachteten die Studien bei etwa 3 bis 5 % der Patienten ohne Dialyse, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion. Ärztinnen und Ärzte achten deshalb auf Gewicht, Atemnot im Liegen und Brustschmerzen. Die Fachinformation nennt außerdem Schwindel, Benommenheit und Schwächegefühl. Zu Beginn kann sich dadurch die Verkehrstüchtigkeit verändern.
Mehr zum Wirkstoff als Haarmittel steht im Beitrag zu Minoxidil-Nebenwirkungen.
Gegenanzeigen und besondere Vorsicht
Nicht angewendet werden darf Lonolox bei Überempfindlichkeit gegen Minoxidil oder einen sonstigen Bestandteil, bei pulmonaler Hypertonie durch eine Mitralstenose und bei einem Phäochromozytom. Der Tumor kann durch die Blutdrucksenkung mehr Katecholamine ausschütten. Patienten mit seltener Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollen die Tabletten wegen der Lactose nicht einnehmen.
Nach einem Herzinfarkt beginnt die Behandlung erst, wenn der Zustand stabil ist. Bei Angina pectoris ist Vorsicht geboten, weil die Gefäßerweiterung eine Reflextachykardie auslösen kann. Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder Dialyse kann eine geringere Menge ausreichen. Auch bei Leberfunktionsstörung wird eine Anpassung erwogen. Eine Salz- und Wasserretention von mehr als 1 bis 1,5 kg kann die Wirkung mindern. Betroffene wiegen sich deshalb regelmäßig und besprechen Gewichtssprünge mit der Praxis.
In der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter ohne Verhütung wird Lonolox nicht empfohlen. Tierstudien zeigten Reproduktionstoxizität. Nach Exposition in der Schwangerschaft wurde eine Hypertrichose bei Neugeborenen berichtet. Minoxidil geht in die Muttermilch über. Ein Risiko für gestillte Kinder lässt sich nicht ausschließen. Die behandelnde Ärztin wägt Stillen und Therapie dann gegeneinander ab.
Wechselwirkungen
Die blutdrucksenkende Wirkung addiert sich zu der anderer Antihypertensiva. Mit Guanethidin oder Betanidin kann der Blutdruck zu stark fallen und beim Aufstehen abrutschen. Die Fachinformation empfiehlt, Guanethidin vorher abzusetzen oder die Behandlung im Krankenhaus zu beginnen. Neuroleptika verstärkten die Blutdrucksenkung ebenfalls. Betablocker wie Propranolol unterdrücken die Reflextachykardie sowie den Anstieg von Reninaktivität und Aldosteron. Wer weitere Mittel einnimmt, nennt sie vollständig in der Praxis oder Apotheke.
Bei einer Überdosierung fällt der Blutdruck zu stark. Die Fachinformation nennt die Infusion von Kochsalzlösung als Behandlung. Adrenalin und Noradrenalin sind wegen der starken Herzwirkung zu vermeiden. Solche Fälle gehören in die Notfallversorgung.
Lonolox und Minoxidil gegen Haarausfall
Der Name Minoxidil ist vielen aus Haarwässern bekannt. Laut Wikipedia entstand der Wirkstoff in den 1970er-Jahren als Tablette gegen Bluthochdruck. Dabei fiel verstärktes Haarwachstum auf. Daraus entwickelte sich die Lösung zur äußerlichen Anwendung bei anlagebedingtem Haarausfall, als 5-%-Lösung oder Schaum für Männer und als 2-%-Lösung für Frauen. Die Lonolox-Tabletten sind dafür nicht gedacht. Das Anwendungsgebiet der Fachinformation nennt ausschließlich therapieresistenten Bluthochdruck.
Fazit
Lonolox ist ein Reservemittel für schwer einstellbaren Bluthochdruck. Minoxidil erweitert die Gefäße, der Körper hält dagegen Wasser zurück und beschleunigt den Puls. Betablocker und Diuretikum fangen das auf. Eine engmaschige ärztliche Kontrolle gehört zur Behandlung. Mit Schmerzmitteln oder Muskelrelaxanzien hat das Präparat nichts gemeinsam.
FAQ – Häufige Fragen
Ist Lonolox ein Schmerzmittel oder Muskelrelaxans?
Nein. Der Wirkstoff Minoxidil gehört zu den Antihypertonika (ATC-Code C02DC01). Er senkt den Blutdruck, indem er die Gefäße weitet.
Wofür ist Lonolox zugelassen?
Für therapieresistenten Bluthochdruck. Das heißt, maximale Dosen anderer Mittel in Kombination haben keinen ausreichenden Erfolg gezeigt.
Welche Stärken gibt es?
Lonolox 2,5 mit 2,5 mg Minoxidil und Lonolox 10 mit 10 mg Minoxidil je Tablette. Packungen mit 30 oder 100 Tabletten sind zugelassen.
Warum braucht Lonolox ein Diuretikum?
Minoxidil führt zu Salz- und Wasserretention. Das Diuretikum gleicht den Wasserhaushalt aus und verhindert Gewichtszunahme und Ödeme.
Warum braucht Lonolox einen Betablocker?
Die Gefäßerweiterung löst eine Reflextachykardie aus. Der Betablocker unterdrückt den schnellen Puls und den Anstieg von Renin und Aldosteron.
Warum wachsen unter Lonolox mehr Haare?
Eine Hypertrichose ist sehr häufig. Feine Körperhaare werden länger, dichter und dunkler. Sie bildet sich 1 bis 6 Monate nach dem Absetzen zurück.
Wie lange hält die Wirkung an?
Die Halbwertszeit im Plasma liegt bei etwa 4 Stunden. Die Wirkung dauert dennoch mehrere Tage an. Eine zeitliche Begrenzung der Anwendung ist nicht vorgesehen.
Darf Lonolox in der Schwangerschaft angewendet werden?
Es wird nicht empfohlen. Minoxidil geht außerdem in die Muttermilch über. Die Ärztin entscheidet über Stillen oder Therapie.
Wer darf Lonolox nicht einnehmen?
Bei Überempfindlichkeit, pulmonaler Hypertonie durch Mitralstenose, Phäochromozytom und hereditärer Galactose-Intoleranz. Weitere Vorsichtsregeln stehen in der Fachinformation.
Ist Lonolox ein Mittel gegen Haarausfall?
Nein. Die Tabletten sind nur bei therapieresistentem Bluthochdruck zugelassen. Gegen Haarausfall gibt es Minoxidil-Lösungen zur äußerlichen Anwendung.
Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Medikamenten klären Ärztin, Arzt oder Apotheke die Ursache und das weitere Vorgehen.
Quellen

Paul liest Studien, bevor er schreibt, und übersetzt sie in Sätze für den Küchentisch. Seine Themen: Wirkstoffe, Dosierungen, Wechselwirkungen.
