Paracodin Tropfen: Anwendung, Dosis und Risiken

Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion

Paracodin Tropfen enthalten Dihydrocodein, ein halbsynthetisches Opioid. Der Wirkstoff dämpft den Hustenreiz im Gehirn. Neben den Tropfen sind auch Tabletten und ein Sirup unter diesem Namen gelistet. Dieser Text gibt wieder, was die Fachinformation und die Zulassungsbehörden festhalten.

Kurzantwort: Die Fachinformation nennt Paracodin Tropfen zur Kurzzeitanwendung bei Reizhusten. Für Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene sind 16 bis 48 Tropfen dreimal täglich angegeben. Die Behandlung soll nicht länger als einige Tage dauern, die Dauer bestimmt die Ärztin.

Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei flacher oder verlangsamter Atmung, starker Benommenheit, blauen Lippen, einem Asthmaanfall oder wenn Husten Blut enthält gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dihydrocodein ist ein Opioid und dämpft den Hustenreiz zentral.
  • Zugelassen ist ausschließlich die Kurzzeitanwendung bei trockenem Reizhusten.
  • Übelkeit und Verstopfung sind sehr häufig, betreffen also mindestens jede zehnte Person.
  • Bei Asthma und bei Atemschwäche darf das Mittel nicht angewendet werden.

Was Dihydrocodein im Körper macht

Dihydrocodein wirkt an Opioidrezeptoren und dämpft das Hustenzentrum im Hirnstamm. Der Hustenreiz lässt dadurch nach. Dieselbe Wirkung am Atemzentrum erklärt die wichtigste Gefahr des Wirkstoffs. In höherer Dosis kann die Atmung flacher und langsamer werden. Ein Gramm Lösung, also zwanzig Tropfen, enthält laut Fachinformation zehn Milligramm Dihydrocodeinthiocyanat. Das entspricht 8,3 Milligramm Dihydrocodein. Verwandte Wirkstoffe finden sich auf den Seiten zu Codeintropfen und zu Paracodein.

Wofür Paracodin Tropfen zugelassen sind

Die Fachinformation ist an dieser Stelle knapp. Sie nennt die Kurzzeitanwendung zur symptomatischen Behandlung des Reizhustens, also des unproduktiven Hustens. Ein Hustenstiller unterdrückt den Reiz, er behandelt die Ursache nicht. Bei produktivem Husten mit Schleim wäre die Dämpfung sogar hinderlich, weil der Schleim abgehustet werden soll. Für diesen Fall kommen andere Mittel infrage, etwa Ambroxol als Schleimlöser.

Was die Fachinformation zur Dosis sagt

Für Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene nennt die Fachinformation 16 bis 48 Tropfen dreimal täglich. Das entspricht 8 bis 24 Milligramm Dihydrocodeinthiocyanat je Gabe. Die Tropfen sind gebrauchsfertig und können mit Speisen oder Getränken vermischt werden. Für Kinder führt die Fachinformation eigene, deutlich niedrigere Altersstufen auf. Diese Zahlen werden hier bewusst nicht wiedergegeben, weil die zugängliche Fassung mehrere Jahre alt ist. Bei Kindern gehört die Entscheidung ohnehin in ärztliche Hand. Zur Dauer ist die Fachinformation eindeutig. Die Behandlung soll nicht länger als einige Tage dauern. Hält der Husten über zwei bis drei Wochen an, muss eine ärztliche Abklärung erfolgen. Bei älteren Menschen sowie bei stark eingeschränkter Nierenfunktion und bei Dialyse ist die Ausscheidung verlangsamt. Das Dosierungsintervall soll dann verlängert werden.

Nebenwirkungen nach offizieller Häufigkeit

Die Fachinformation ordnet die Nebenwirkungen den EU-Kategorien zu. Sehr häufig, also bei mindestens einer von zehn behandelten Personen, treten Übelkeit bis hin zum Erbrechen, Verstopfung und Magen-Darm-Beschwerden auf. Häufig, das bedeutet bei einer von hundert bis einer von zehn Personen, kommen leichte Kopfschmerzen, leichte Schläfrigkeit, Schwindelgefühl und Benommenheit vor. Gelegentlich treten Mundtrockenheit, Schlafstörungen sowie allergische Hautreaktionen mit Juckreiz auf. Ebenfalls gelegentlich nennt die Fachinformation eine Beeinträchtigung der Atmung mit Atemnot und Atemdepression. Selten kommt es zu schweren allergischen Reaktionen einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom und Quincke-Ödem. Sehr selten sind Euphorie, Pupillenverengung und Kreislaufversagen. Die Fachinformation weist zudem darauf hin, dass Dihydrocodein besonders bei Einzeldosen über 60 Milligramm den Muskeltonus der glatten Muskulatur erhöhen kann.

Wann Paracodin nicht angewendet werden darf

Die Gegenanzeigen sind bei einem Opioid besonders wichtig. Die Fachinformation nennt eine Überempfindlichkeit gegen Dihydrocodein, Asthma bronchiale, Atemschwäche und Atemdepression sowie den akuten Asthmaanfall. Weiter aufgeführt sind Koma, nahende Geburt, drohende Frühgeburt und die Stillzeit. Kinder unter vier Jahren dürfen das Mittel nicht erhalten. Zum Asthma enthält die Fachinformation einen bemerkenswerten Zusatz. Da die Anwendung bei Asthma bronchiale untersagt ist, sei zu beachten, dass chronischer Husten bei Kindern häufig ein frühes Zeichen eines Asthmas sein kann. Zur Dämpfung solcher Hustenzustände seien die Tropfen nicht geeignet. Das Abhängigkeitsrisiko ist laut Gelber Liste mit dem von Codein vergleichbar und geringer als bei stärkeren Opioiden.

Was die Codein-Beschränkung damit zu tun hat

Nach einem europäischen Risikobewertungsverfahren teilte das BfArM 2015 Anwendungsbeschränkungen für codeinhaltige Hustenmittel mit. Codein ist bei Kindern unter zwölf Jahren zur Hustenbehandlung seither kontraindiziert. Bei Zwölf- bis Achtzehnjährigen mit deutlicher Atembeeinträchtigung wird es nicht mehr empfohlen. Der Grund liegt im Stoffwechsel. Codein wird über ein Enzym zu Morphin umgebaut. Menschen mit einer bestimmten Genvariante bauen besonders schnell um, wodurch eine Opioidvergiftung entstehen kann. Dieses Verfahren betraf Codein. Dihydrocodein war davon nicht erfasst und behielt seine Zulassung für jüngere Altersstufen. Diese Unterscheidung wird häufig vermischt. Wer unsicher ist, klärt die Anwendung bei Kindern ärztlich.

Häufige Fragen

Sind Paracodin Tropfen rezeptpflichtig?

Dihydrocodeinhaltige Arzneimittel werden ärztlich verordnet. Die Abgabe erfolgt über die Apotheke.

Wie lange darf man Paracodin einnehmen?

Die Fachinformation nennt eine Kurzzeitanwendung von wenigen Tagen. Die Dauer bestimmt die behandelnde Ärztin.

Machen Paracodin Tropfen abhängig?

Dihydrocodein ist ein Opioid mit Abhängigkeitspotenzial. Es gilt als vergleichbar mit Codein und geringer als bei stärkeren Opioiden.

Darf man Paracodin in der Schwangerschaft nehmen?

Die Fachinformation nennt nahende Geburt und drohende Frühgeburt als Gegenanzeigen, ebenso die Stillzeit. Die Anwendung gehört ärztlich abgeklärt.

Was tun, wenn der Husten nicht aufhört?

Hält der Husten über zwei bis drei Wochen an, verlangt die Fachinformation eine ärztliche Abklärung.

Darf man dazu Alkohol trinken?

Alkohol verstärkt die dämpfende Wirkung auf Atmung und Bewusstsein. Von der Kombination ist abzuraten.

Quellen

Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.


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