Ibuprofen 400 mg: Anwendung, Höchstmenge und Nebenwirkungen

Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion

Kurzantwort: Ibuprofen 400 mg ist die höchste Stärke, die es in Deutschland ohne Rezept gibt. Die Fachinformation von Ibuflam akut 400 mg nennt als Anwendungsgebiet leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber. Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 40 kg führt sie eine halbe bis eine Filmtablette als Einzeldosis auf, höchstens drei Filmtabletten (1.200 mg) am Tag, mit mindestens sechs Stunden Abstand und ohne ärztlichen Rat nicht länger als vier Tage bei Schmerzen und drei Tage bei Fieber. Häufig (1 bis 10 von 100) sind Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung.

Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei stärkeren Schmerzen im Oberbauch, schwarzem Stuhl oder Bluterbrechen, bei Hautausschlag mit Blasen oder Schleimhautbeteiligung, bei Schwellungen im Gesicht, Atemnot oder einem Asthmaanfall sowie bei Nackensteifigkeit mit Fieber und Kopfschmerzen gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.

Ibuprofen gibt es rezeptfrei als 200- und 400-mg-Tabletten, ab 600 mg nur auf Rezept. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung nimmt Ibuprofen zum Einnehmen bis 400 mg je Tablette und bis 1.200 mg am Tag bei leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber von der Verschreibungspflicht aus. Grundlage dieses Textes sind die Fachinformation von Ibuflam akut 400 mg Filmtabletten (Zentiva, Stand August 2025), die Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung und der Bescheid des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) von 2015 zum Herz-Kreislauf-Risiko.

Was Ibuprofen im Körper macht

Ibuprofen ist ein nicht steroidales Antirheumatikum aus der Gruppe der Propionsäure-Derivate (ATC-Code M01AE01). Es hemmt die Bildung von Prostaglandinen, Botenstoffen, die Entzündung, Schmerz und Fieber vermitteln. Laut Fachinformation reduziert es beim Menschen entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber und hemmt zusätzlich reversibel die Verklumpung der Blutplättchen.

Nach dem Schlucken wird Ibuprofen zum Teil schon im Magen und dann vollständig im Dünndarm aufgenommen. Die höchste Konzentration im Blut ist nach ein bis zwei Stunden erreicht. Die Halbwertszeit liegt bei 1,8 bis 3,5 Stunden, die Bindung an Eiweiße im Blut bei etwa 99 Prozent. Die Abbauprodukte verlassen den Körper zu 90 Prozent über die Niere.

Warum bei 400 mg die Rezeptpflicht beginnt

Das BfArM setzte 2015 einen europäischen Beschluss um, der die Datenlage zu Herz und Kreislauf zusammenfasst: Bei hohen Dosen von 2.400 mg oder mehr am Tag steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall leicht an, ähnlich wie bei Diclofenac oder Coxiben. Bei Dosierungen bis 1.200 mg am Tag wurde keine Zunahme des Risikos gesehen; das entspricht der höchsten rezeptfreien Tagesdosis in der EU. Die Fachinformation rät bei unkontrolliertem Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, koronarer Herzkrankheit oder nach Schlaganfall zu sorgfältiger Abwägung.

Was die Fachinformation zur Anwendung sagt

Die Dosierung richtet sich in der Fachinformation nach Alter und Körpergewicht. Kinder von 6 bis 9 Jahren (etwa 20 bis 29 kg) erhalten danach eine halbe Filmtablette als Einzeldosis und bis zu eineinhalb Filmtabletten (600 mg) am Tag. Kinder von 10 bis 12 Jahren (etwa 30 bis 39 kg) eine halbe Filmtablette und bis zu zwei Filmtabletten (800 mg) am Tag. Ab 40 kg, für Jugendliche und Erwachsene, eine halbe bis eine Filmtablette als Einzeldosis und bis zu drei Filmtabletten (1.200 mg) am Tag. Der Abstand zwischen zwei Einnahmen soll sechs Stunden nicht unterschreiten. Welche Dosis für dich passt, klärst du mit deiner Ärztin oder in der Apotheke.

Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit während oder nach einer Mahlzeit eingenommen. Kinder und Jugendliche sollen das Präparat ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Tage nehmen, Erwachsene nicht länger als drei Tage bei Fieber und vier Tage bei Schmerzen. Für Kinder unter 20 kg (unter 6 Jahren) ist die 400-mg-Stärke wegen des Wirkstoffgehalts nicht geeignet und deshalb kontraindiziert. Ältere Menschen brauchen laut Fachinformation keine Dosisanpassung, sollen aber wegen des Nebenwirkungsprofils besonders sorgfältig überwacht werden.

Wer Ibuprofen 400 nicht nehmen darf

Die Fachinformation schließt die Anwendung aus bei Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen, bei Asthma, Bronchospasmus, Nesselsucht oder Angioödem nach Acetylsalicylsäure oder anderen NSAR in der Vorgeschichte, bei ungeklärten Blutbildungsstörungen, bei wiederholten Magen-Darm-Geschwüren oder Blutungen, bei Magen-Darm-Blutungen unter früherer NSAR-Therapie, bei aktiven Blutungen, bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, bei schwerer Herzinsuffizienz (NYHA IV), bei schwerer Austrocknung und im letzten Schwangerschaftsdrittel.

In den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln soll Ibuprofen nur genommen werden, wenn es unbedingt nötig ist. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann es laut Fachinformation eine Nierenfunktionsstörung beim Kind mit zu wenig Fruchtwasser auslösen.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Häufigkeitsangaben der Fachinformation beziehen sich auf die kurzzeitige Anwendung bis 1.200 mg am Tag. Häufig (1 bis 10 von 100): Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringfügige Magen-Darm-Blutverluste. Gelegentlich (1 bis 10 von 1.000): Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit, Sehstörungen, Magen-Darm-Geschwüre unter Umständen mit Blutung und Durchbruch, Gastritis, Verschlechterung einer Colitis oder eines Morbus Crohn sowie Überempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, Juckreiz und Asthmaanfällen.

Selten (1 bis 10 von 10.000): Tinnitus und Hörstörungen. Sehr selten (weniger als 1 von 10.000): Herzklopfen, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Störungen der Blutbildung, Ödeme, Nierenentzündung mit akutem Nierenversagen, schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom, Haarausfall, Ösophagitis, Pankreatitis und eine aseptische Hirnhautentzündung mit Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. Ohne abschätzbare Häufigkeit: DRESS-Syndrom, akute generalisierte exanthematische Pustulose und Kounis-Syndrom. Das Risiko für Magen-Darm-Blutungen hängt laut Fachinformation von Dosis und Anwendungsdauer ab und ist bei älteren Menschen höher.

Wechselwirkungen, die die Fachinformation nennt

Andere NSAR sollen nicht gleichzeitig genommen werden, weil sich das Risiko für Geschwüre und Blutungen addiert. Glukokortikoide, SSRI-Antidepressiva, Thrombozytenaggregationshemmer und Antikoagulanzien wie Warfarin erhöhen das Blutungsrisiko. Blutdrucksenker und Entwässerungsmittel wirken schwächer; bei älteren oder ausgetrockneten Menschen kann die Kombination mit ACE-Hemmern, Betablockern oder Sartanen die Nierenfunktion verschlechtern. Kaliumsparende Diuretika können zusammen mit Ibuprofen den Kaliumspiegel erhöhen.

Ibuprofen kann die Spiegel von Lithium, Digoxin und Phenytoin anheben und innerhalb von 24 Stunden vor oder nach Methotrexat dessen Giftigkeit verstärken. Einzeldosen von 400 mg Ibuprofen innerhalb von acht Stunden vor oder 30 Minuten nach niedrig dosierter Acetylsalicylsäure verminderten in Studien deren Wirkung auf die Blutplättchen; bei gelegentlicher Einnahme hält die Fachinformation das für unwahrscheinlich. Alkohol verstärkt Müdigkeit und Schwindel.

Häufige Fragen

Wie viele Ibuprofen 400 darf man am Tag nehmen?

Die Fachinformation nennt für Erwachsene und Jugendliche ab 40 kg höchstens drei Filmtabletten, also 1.200 mg, bei rezeptfreier Anwendung. Höhere Tagesdosen gehören in ärztliche Hand.

Wie viel Abstand muss zwischen zwei Tabletten liegen?

Mindestens sechs Stunden. Das Intervall richtet sich laut Fachinformation nach den Beschwerden und der maximalen Tagesdosis.

Ibuprofen 400 auf leeren Magen?

Die Fachinformation empfiehlt die Einnahme während oder nach einer Mahlzeit, bei empfindlichem Magen während der Mahlzeit.

Ab wann dürfen Kinder Ibuprofen 400 nehmen?

Ab 20 kg Körpergewicht beziehungsweise 6 Jahren, dann als halbe Tablette. Darunter ist die Stärke kontraindiziert.

Darf ich Ibuprofen 400 zusammen mit ASS 100 nehmen?

Ibuprofen kann die schützende Wirkung von niedrig dosierter ASS abschwächen, wenn beide regelmäßig zusammen genommen werden. Sprich das mit deiner Ärztin ab.

Quellen

Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

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