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Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion
Kurzantwort: Pylera ist eine Dreifachkapsel aus Bismut, Metronidazol und Tetracyclin. Sie wird zusammen mit Omeprazol eingesetzt, um Helicobacter pylori aus dem Magen zu entfernen. Die Fachinformation sieht zwölf Kapseln täglich über zehn Tage vor. Sehr häufig sind schwarzer Stuhl, Durchfall, Übelkeit und ein metallischer Geschmack — der schwarze Stuhl entsteht durch das Bismut und ist harmlos.
Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei anhaltendem wässrigem Durchfall, Blasen oder sich ablösender Haut, Ausschlag mit Fieber und geschwollenen Lymphknoten, Krampfanfällen oder Taubheitsgefühl in Händen und Füßen gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.
Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedelt. Die
S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie beziffert die Verbreitung
in Deutschland auf 35,3 Prozent. Die meisten Menschen merken davon ihr Leben lang nichts. Bei
einem Teil führt die Besiedlung zu einer Entzündung der Magenschleimhaut und daraus zu
einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
Pylera ist eines der Mittel, mit denen dieses Bakterium wieder verschwinden soll. Es
steckt drei Wirkstoffe in eine Kapsel.
Was in einer Kapsel steckt
Jede Kapsel enthält 140 mg Citronensäure-Bismut-Kalium-Salz, was 40 mg
Bismut(III)-oxid entspricht, dazu 125 mg Metronidazol und 125 mg Tetracyclinhydrochlorid.
Bismut legt sich schützend über die Schleimhaut und wirkt selbst gegen das Bakterium,
Metronidazol und Tetracyclin sind zwei Antibiotika, die an unterschiedlichen Stellen
angreifen und sich dadurch ergänzen.
Zusätzlich enthält jede Kapsel 61 mg Lactose-Monohydrat und 32 mg Kalium — wichtig für
alle mit einer Lactoseunverträglichkeit oder einer kaliumarmen Ernährung.
Wofür Pylera zugelassen ist
Die Fachinformation nennt als Anwendungsgebiet: in Kombination mit Omeprazol die
Beseitigung von Helicobacter pylori sowie die Vorbeugung wiederkehrender
Magengeschwüre bei Menschen, deren Geschwür durch dieses Bakterium ausgelöst wurde —
aktuell oder in der Vorgeschichte.
Die S2k-Leitlinie empfiehlt für die Erstbehandlung bevorzugt eine bismuthaltige
Vierfachtherapie über mindestens zehn Tage. Die früher übliche
Clarithromycin-Dreifachtherapie wird in der Erstlinie nicht mehr empfohlen, weil das
Bakterium zunehmend unempfindlich dagegen ist.
Wie die Einnahme aussieht
Eine Dosis besteht aus drei gleichen Kapseln. Die Fachinformation sieht viermal
täglich eine Dosis vor: drei Kapseln nach dem Frühstück, drei nach dem Mittagessen, drei
nach dem Abendessen und drei vor dem Schlafengehen, vorzugsweise nach einem Imbiss. Das
sind zwölf Kapseln täglich über zehn Tage.
Über die gesamten zehn Tage kommt zweimal täglich eine Kapsel oder Tablette Omeprazol
20 mg dazu, jeweils zusammen mit der Dosis nach dem Frühstück und der nach dem
Abendessen. Zwei Dosen auf einmal sind nicht vorgesehen. Werden mehr als vier Dosen
hintereinander vergessen, also die eines ganzen Tages, soll die behandelnde Ärztin
gefragt werden.
Die Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Angaben stammen aus drei kontrollierten Studien mit 540 Behandelten und aus
Berichten nach der Zulassung.
Sehr häufig, also bei mindestens einer von zehn Personen: eine
Geschmacksstörung mit metallischem Geschmack, Durchfall, Übelkeit und eine
Stuhlveränderung mit schwarzem Stuhl.
Häufig: Vaginalinfektion, Appetitverlust, Kopfschmerz,
Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerz, Verdauungsbeschwerden,
Verstopfung, Mundtrockenheit, Blähungen, erhöhte Leberwerte, Hautausschlag, eine
Dunkelfärbung des Urins und Schwächezustände.
Gelegentlich: Candidose im Mund und in der Scheide,
Arzneimittelüberempfindlichkeit, Angst, Depression, Schlaflosigkeit, Missempfindungen,
Gedächtnisstörungen, Zittern, verschwommenes Sehen, Drehschwindel, Zungenschwellung,
Mundgeschwüre, Zungenverfärbung, Nesselsucht, Juckreiz sowie Brustkorbschmerzen.
Mit nicht bekannter Häufigkeit führt die Fachinformation die
pseudomembranöse Kolitis, eine periphere Nervenschädigung, eine aseptische
Hirnhautentzündung sowie schwere Hautreaktionen: Blasenbildung, Ablösung der Haut, das
Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse und das DRESS-Syndrom.
Wann Pylera nicht gegeben wird
Als Gegenanzeigen nennt die Fachinformation Schwangerschaft und Stillzeit, Kinder und
Jugendliche bis zwölf Jahre, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, eine
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder andere Nitroimidazolderivate und das
Cockayne-Syndrom.
Bei Erkrankungen des Zentralnervensystems ist Vorsicht geboten. Beschrieben sind
außerdem Enzephalopathien nach langer Anwendung hoher Bismutdosen, die nach Absetzen
zurückgingen, sowie sehr seltene Fälle unter Metronidazol. Unter Pylera wurden nach der
Zulassung ebenfalls Fälle einer Enzephalopathie gemeldet.
Ein weiterer Punkt betrifft die Antibiotika selbst: Tetracyclin kann dazu führen, dass
sich Hefen und unempfindliche Bakterien vermehren. Die Fachinformation nennt hier
Candidose im Mund und im Genitalbereich sowie ein Überwuchern von Erregern wie
Pseudomonas und Proteus, das Durchfall auslösen kann. Gelegentlich wurden ernstere
Verläufe als Enterokolitis beschrieben.
Häufige Fragen
Ist schwarzer Stuhl unter Pylera gefährlich?
Die Fachinformation erklärt ihn mit der Umwandlung von Bismut zu Bismutsulfit im Darm. Schwarzer, teerartiger Stuhl kann aber auch von einer Blutung kommen — bei Unsicherheit ärztlich abklären lassen.
Warum darf ich während der Behandlung keinen Alkohol trinken?
Metronidazol kann zusammen mit Alkohol Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Was für dich gilt, steht im Beipackzettel deiner Packung und klärt die Praxis.
Wird der Erfolg der Behandlung überprüft?
Die S2k-Leitlinie sieht nach erfolgloser Erstbehandlung eine Resistenztestung vor. Ob und wann bei dir kontrolliert wird, entscheidet die behandelnde Ärztin.
Warum zehn Tage und nicht kürzer?
Die Leitlinie empfiehlt für die bismuthaltige Vierfachtherapie mindestens zehn Tage. Die Fachinformation sieht genau diesen Zeitraum vor.
Was tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Zwei Dosen auf einmal sind laut Fachinformation nicht vorgesehen. Werden mehr als vier aufeinanderfolgende Dosen vergessen, soll die behandelnde Ärztin gefragt werden.
Färbt sich auch der Urin?
Eine Dunkelfärbung des Urins ist als häufige Nebenwirkung gelistet und wird dem Metronidazol zugeschrieben.
Quellen
- Fachinformation Pylera 140 mg/125 mg/125 mg Hartkapseln (Abschnitte 4.1 bis 4.8) — abgerufen am 10. September 2026
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit, AWMF-Register-Nr. 021-001 — abgerufen am 10. September 2026
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Pharmakovigilanz — Nebenwirkungen melden — abgerufen am 10. September 2026
Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
