Cotrim forte 800 mg/160 mg: Anwendung und Nebenwirkungen

Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion

Kurzantwort: Eine Tablette Cotrim forte enthält 800 mg Sulfamethoxazol und 160 mg Trimethoprim, zusammen 960 mg Cotrimoxazol. Das Antibiotikum blockiert in zwei Schritten die Folsäurebildung empfindlicher Bakterien. Die Gebrauchsinformation nennt als Standarddosis für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren zweimal täglich eine Tablette; welche Dosis und welche Dauer für dich richtig sind, legt die behandelnde Ärztin fest.

Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei Hautausschlag mit Blasen oder sich ablösender Haut, Fieber mit Halsschmerzen, anhaltendem wässrigem Durchfall oder Atemnot mit Schwellung im Gesicht gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.

Cotrim forte ist der gebräuchliche Name für die höher dosierte Tablette eines
Wirkstoffpaars, das seit Jahrzehnten im Einsatz ist. Die Zahlen 800 mg und 160 mg stehen
für die beiden Bestandteile.

Alles Folgende stammt aus der Gebrauchs- und Fachinformation des Präparats
Cotrim forte-ratiopharm. Andere Hersteller bieten dieselbe Wirkstoffkombination an; die
Angaben können sich im Detail unterscheiden, deshalb gilt immer der Beipackzettel deiner
Packung.

Was in einer Tablette steckt und wie sie wirkt

Sulfamethoxazol und Trimethoprim greifen an zwei aufeinanderfolgenden Stellen in
denselben Stoffwechselweg ein: die Bildung von Folsäure im Bakterium. Ohne Folsäure kann
sich ein Bakterium nicht mehr vermehren. Menschliche Zellen nehmen Folsäure über die
Nahrung auf und bauen sie nicht selbst, weshalb dieser Weg für Bakterien besonders
angreifbar ist.

Der Kombinationsname für beide Wirkstoffe lautet Cotrimoxazol. 800 plus 160 mg ergeben
die 960 mg, die auf mancher Packung stehen.

Wofür Cotrim forte verschrieben wird

Die Gebrauchsinformation nennt Infektionen, die durch empfindliche Erreger verursacht
werden und sich oral behandeln lassen: Infektionen der oberen und unteren Atemwege, die
Lungenentzündung durch Pneumocystis jirovecii, Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich —
ausgenommen die durch Streptokokken verursachte Mandelentzündung — sowie Infektionen der
Nieren und der ableitenden Harnwege einschließlich der Kurzzeitbehandlung und der
vorbeugenden Langzeitbehandlung gegen Rückfälle.

Ob dein Erreger empfindlich ist, zeigt im Zweifel ein Abstrich oder eine Urinkultur.
Antibiotika wirken nicht gegen Viren.

Was die Gebrauchsinformation zur Dosis sagt

Als Standarddosis nennt sie für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren zweimal
täglich eine Tablette, für Kinder von 6 bis 12 Jahren zweimal täglich eine halbe. Für die
Einmalbehandlung einer unkomplizierten Blasenentzündung der Frau sind drei Tabletten als
Einzeldosis vorgesehen, für die vorbeugende Langzeitbehandlung einmal täglich abends eine
Tablette.

Bei einer Nokardiose stehen dort dreimal täglich eine Tablette über acht bis zehn
Wochen, beim Granuloma inguinale zweimal täglich eine Tablette über in der Regel zwei
Wochen. Bei der Pneumocystis-Pneumonie wird bis zur fünffachen Standarddosis eingesetzt.
Diese Zahlen beschreiben, was in der Zulassung steht — sie sind keine Anleitung zur
Selbstbehandlung.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Häufig, also bei bis zu einer von zehn behandelten Personen: eine
Entzündung von Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut, ungewöhnlicher Geschmack,
Oberbauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Dazu
Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Ausschlag, Juckreiz, kleinfleckige Blutungen
in Haut und Schleimhaut sowie Hautveränderungen durch Licht.

Gelegentlich, also bei bis zu einer von hundert Personen: Ohrensausen,
eine Lebererkrankung mit Gallestau und Verschiebungen von Kalium und Natrium im Blut.

Selten, also bei bis zu einer von tausend Personen: eine
Schleimhautentzündung des Darms, die lebensbedrohlich sein kann, und schwerwiegende
Hautreaktionen wie das Erythema exsudativum multiforme und die exfoliative Dermatitis.

Sehr selten, also bei bis zu einer von zehntausend Personen:
Veränderungen des Blutbilds, Blutarmut, der anaphylaktische Schock, das
Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse, das DRESS-Syndrom,
Herzmuskelentzündung, QT-Zeit-Verlängerung, Torsade de pointes, Pilzinfektionen,
aseptische Hirnhautentzündung, Nervenentzündungen, akute Psychosen, vorübergehende
Kurzsichtigkeit, Leberzellzerfall und eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Die Reaktionen, bei denen sofort Schluss ist

Die Gebrauchsinformation zieht hier eine klare Linie. Bei Kopfschmerzen, Übelkeit,
Erbrechen, Interesselosigkeit, Reaktionslosigkeit, Verwirrtheit, Schwindel, Schüttelfrost,
Fieber, anhaltenden Durchfällen oder Hautausschlägen ist die Behandlung sofort
abzubrechen und ärztliche Hilfe zu suchen.

Das höchste Risiko für schwere Hautreaktionen liegt in den ersten Behandlungswochen.
Wer einmal ein Stevens-Johnson-Syndrom, eine toxische epidermale Nekrolyse oder ein
DRESS-Syndrom unter diesen Wirkstoffen hatte, darf nie wieder damit behandelt werden.
Menschen mit einer HIV-Infektion entwickeln diese Hautreaktionen häufiger, ernste
Überempfindlichkeitsreaktionen treten bei über 60-Jährigen häufiger auf. Bei
Nebenwirkungen am Blutbild und an der Haut sind Todesfälle berichtet worden.

Wann Cotrim forte nicht gegeben wird

Die Gebrauchsinformation nennt als Gegenanzeigen unter anderem krankhafte
Blutbildveränderungen, einen angeborenen Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel und
bestimmte Hämoglobinanomalien, Nierenschäden oder eine hochgradig verminderte
Nierenfunktion, schwere Leberschäden oder eine gestörte Leberfunktion, eine akute
Porphyrie und eine Knochenmarkentzündung. Säuglinge in den ersten sechs Lebenswochen und
Frühgeborene dürfen es nicht bekommen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Behandlung mit Cotrim forte?

Das hängt von der Erkrankung ab. Die Gebrauchsinformation nennt je nach Indikation eine Einmaldosis, zwei Wochen oder acht bis zehn Wochen. Die Dauer legt die behandelnde Ärztin fest.

Darf ich die Tabletten absetzen, wenn es mir besser geht?

Die Gebrauchsinformation sieht vor, die Tabletten gleichmäßig und in regelmäßigen Abständen einzunehmen. Über ein vorzeitiges Ende entscheidet die Praxis, nicht das Bauchgefühl.

Was bedeutet die Angabe „forte“?

„Forte“ steht für die höhere Wirkstoffstärke. Für niedrigere Mengen gibt es Präparate mit 400 mg Sulfamethoxazol und 80 mg Trimethoprim.

Wirkt Cotrim forte gegen eine Mandelentzündung?

Die durch Streptokokken verursachte Mandelentzündung ist in der Gebrauchsinformation ausdrücklich vom Anwendungsgebiet ausgenommen.

Warum sind Blutbildkontrollen wichtig?

Bei grippeartigen Symptomen, Halsentzündungen oder Fieber verlangt die Gebrauchsinformation sofortige Blutbildkontrollen, weil sehr selten die Blutplättchen und weißen Blutkörperchen abfallen können.

Kann ich Cotrim forte bei Durchfall weiter einnehmen?

Bei anhaltenden Durchfällen ist die Behandlung laut Gebrauchsinformation sofort abzubrechen und ärztlich abzuklären. Mittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht eingenommen werden.

Quellen

Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.


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