Monoprost Augentropfen (Latanoprost): Anwendung, Nebenwirkungen

Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion

Kurzantwort: Monoprost enthält den Wirkstoff Latanoprost, ein Prostaglandin-Analogon, in einer Konzentration von 50 Mikrogramm pro Milliliter, ohne Konservierungsmittel und in Einzeldosisbehältnissen. Es senkt laut Fachinformation den erhöhten Augeninnendruck bei Offenwinkelglaukom und okulärer Hypertension, indem es den Abfluss des Kammerwassers steigert. Ein Tropfen einmal täglich, am besten abends; häufigeres Tropfen schwächt die Wirkung. Sehr häufig (mehr als 1 von 10) sind eine dunklere Iris, gerötete Bindehaut, Augenreizung und längere, dichtere Wimpern. Die Verfärbung der Iris bleibt dauerhaft.

Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei plötzlicher Sehverschlechterung, starken Augenschmerzen mit Rötung, Lichtscheu, Atemnot oder einem Asthmaanfall gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.

Monoprost ist verschreibungspflichtig und wird von Laboratoires Théa vertrieben. Was
hier steht, stammt aus der Fachinformation (Stand April 2025) und aus der
Patienteninformation des IQWiG zur Glaukombehandlung. Ein verbreiteter Irrtum vorweg:
Monoprost enthält Latanoprost. Tafluprost ist der Wirkstoff eines anderen Präparats.

Was Latanoprost im Auge macht

Latanoprost ist ein Abkömmling des Prostaglandins F2α und bindet an den
prostanoiden FP-Rezeptor. Es senkt den Augeninnendruck, indem es den Abfluss des
Kammerwassers steigert, vor allem über den uveoskleralen Weg zwischen Aderhaut und
Lederhaut. Die Wirkung beginnt laut Fachinformation etwa drei bis vier Stunden nach dem
Tropfen, erreicht nach acht bis zwölf Stunden ihr Maximum und hält mindestens 24 Stunden
an. Deshalb genügt eine Anwendung am Tag.

Wofür Monoprost zugelassen ist

Die Fachinformation nennt ein Anwendungsgebiet: die Senkung des erhöhten
Augeninnendrucks bei Patientinnen und Patienten mit Offenwinkelglaukom und mit okulärer
Hypertension. Prostaglandine gehören laut IQWiG neben Betablockern zu den Wirkstoffen,
die beim Offenwinkelglaukom häufig als erstes Mittel verordnet werden. Heilen lässt sich
ein Glaukom nicht; die Drucksenkung soll den Verlust an Sehnervenfasern verzögern oder
aufhalten.

Monoprost ist konservierungsmittelfrei. In einer dreimonatigen randomisierten Studie
mit 404 Behandelten senkte es den Augeninnendruck am Tag 84 um 8,6 mmHg, also um 36 %,
und war damit dem konservierten Latanoprost-Referenzpräparat gleichwertig. Für Kinder
liegen keine Daten vor.

Was die Fachinformation zur Anwendung sagt

Empfohlen ist ein Tropfen einmal täglich in das betroffene Auge, mit der besten
Wirkung bei abendlicher Anwendung. Mehr als einmal täglich zu tropfen bringt nichts:
Die Fachinformation warnt, dass häufigere Gaben die drucksenkende Wirkung vermindern.
Wurde eine Dosis vergessen, geht es mit der nächsten normal weiter, ohne Nachholen. Ob
und wie lange du Monoprost anwendest, entscheidet deine Augenärztin.

Direkt nach dem Tropfen soll der Tränensack am inneren Augenwinkel eine Minute lang
zugedrückt werden, damit weniger Wirkstoff in den Körper gelangt. Kontaktlinsen kommen
vorher heraus und frühestens nach 15 Minuten wieder hinein. Zwischen verschiedenen
Augentropfen liegen mindestens fünf Minuten. Ein Einzeldosisbehältnis reicht für beide
Augen; weil die Lösung kein Konservierungsmittel enthält, wird der Rest sofort nach der
Anwendung entsorgt. Die Tropfspitze darf Auge und Lid nicht berühren.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Sehr häufig (mehr als 1 von 10): verstärkte Pigmentierung der Iris,
leichte bis mittelschwere Rötung der Bindehaut, Augenreizung mit Brennen, Jucken, Stechen
und Fremdkörpergefühl sowie Veränderungen der Wimpern und Flaumhaare am Lid: länger,
dicker, dunkler und zahlreicher. Häufig (1 bis 10 von 100): meist
symptomlose punktförmige Hornhautentzündung, Lidrandentzündung, Augenschmerzen,
Lichtscheu und Bindehautentzündung.

Gelegentlich (1 bis 10 von 1.000): Lidödem, trockenes Auge,
Hornhautentzündung, verschwommenes Sehen, Makulaödem, Uveitis, Kopfschmerzen,
Benommenheit, Angina pectoris, Herzklopfen, Asthma, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen,
Hautausschlag, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Brustschmerzen. Selten
(1 bis 10 von 10.000): Herpes-Keratitis, Regenbogenhautentzündung, Hornhautödem und
-erosion, Schwellung um die Augenhöhle, fehlgerichtete oder doppelreihige Wimpern,
Iriszysten, Hautreaktionen am Lid, Dunkelfärbung der Lidhaut, Verschlechterung eines
Asthmas und Juckreiz. Sehr selten (weniger als 1 von 10.000): eine
Vertiefung der Oberlidfurche und instabile Angina pectoris.

Augenfarbe, Wimpern und besondere Vorsicht

Latanoprost erhöht den Melaningehalt der Iris. In einer fünfjährigen Studie
entwickelten 33 % der Behandelten eine Irispigmentierung, bei gemischtfarbigen Augen
zwischen 7 und 85 %, am häufigsten bei gelb-brauner Iris. Rein blaue Augen veränderten
sich nicht. Die Verfärbung beginnt meist in den ersten acht Monaten, breitet sich von der
Pupille nach außen aus und bleibt nach dem Absetzen bestehen; wer nur ein Auge behandelt,
kann dauerhaft zwei verschiedene Augenfarben bekommen. Die Wimpernveränderungen bilden
sich nach dem Absetzen zurück. Die Fachinformation verlangt, dass Behandelte vor Beginn
darüber aufgeklärt werden.

Vorsicht gilt bei Herpes-Keratitis in der Vorgeschichte, bei fehlender oder
verlagerter Augenlinse und bei Risikofaktoren für ein Makulaödem wie diabetischer
Netzhauterkrankung. Bei Asthma wurden nach Markteinführung Verschlechterungen und
Atemnot berichtet. Beim Winkelblockglaukom, beim entzündlichen und beim angeborenen
Glaukom fehlen Erfahrungen.

Wechselwirkungen, Schwangerschaft, Autofahren

Zwei Prostaglandin-Präparate am selben Auge können den Augeninnendruck paradox
erhöhen; die Fachinformation rät von der Kombination ab. In der Schwangerschaft soll
Monoprost nicht angewendet werden, weil die Sicherheit nicht belegt ist. Latanoprost
geht in die Muttermilch über; in der Stillzeit wird entweder auf Monoprost verzichtet
oder abgestillt. Wie alle Augentropfen kann Monoprost die Sicht kurz trüben; bis sie
klar ist, soll niemand Auto fahren oder Maschinen bedienen. Der Hilfsstoff
Macrogolglycerolhydroxystearat kann Hautreaktionen auslösen.

Häufige Fragen

Enthält Monoprost Tafluprost?

Nein. Laut Fachinformation enthält Monoprost 50 Mikrogramm Latanoprost pro Milliliter. Tafluprost ist ein anderer Wirkstoff aus derselben Gruppe.

Warum soll ich abends tropfen?

Weil die Fachinformation die beste Wirkung bei abendlicher Anwendung angibt. Die Drucksenkung beginnt nach drei bis vier Stunden und ist nach acht bis zwölf Stunden am stärksten.

Was passiert, wenn ich zweimal am Tag tropfe?

Die Wirkung wird schwächer. Die Fachinformation schreibt ausdrücklich, dass häufigere Anwendung die augendrucksenkende Wirkung vermindert.

Verändert Monoprost meine Augenfarbe wirklich?

Ja, bei einem Teil der Behandelten. In einer Fünfjahresstudie bekamen 33 % eine dunklere Iris, vor allem bei gemischtfarbigen Augen. Die Veränderung bleibt nach dem Absetzen bestehen.

Darf ich mit Kontaktlinsen tropfen?

Nein. Linsen kommen vorher heraus und dürfen laut Fachinformation frühestens 15 Minuten nach dem Tropfen wieder eingesetzt werden.

Was tun, wenn ich das Tropfen vergessen habe?

Mit der nächsten Dosis normal weitermachen. Die Fachinformation sieht kein Nachholen vor.

Quellen

Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.


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