Ibuflam 600 mg: Anwendung, Dosis laut Fachinfo, Nebenwirkungen

Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion

Kurzantwort: Ibuflam 600 mg Lichtenstein ist eine verschreibungspflichtige Filmtablette mit 600 mg Ibuprofen von Zentiva. Zugelassen ist sie laut Fachinformation zur symptomatischen Behandlung von Schmerz und Entzündung bei rheumatischen Erkrankungen, Arthrosen, Gichtanfall und nach Verletzungen oder Operationen, ab 15 Jahren. Die Fachinformation nennt 1.200 bis 2.400 mg Ibuprofen pro Tag als Dosisbereich und höchstens 800 mg als Einzeldosis. Sehr häufig (mehr als 1 von 10) sind Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen und Übelkeit. Ibuflam 600 ist die stärkere Schwester der rezeptfreien Ibuflam akut 400.

Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei schwarzem Stuhl, Bluterbrechen, starken Oberbauchschmerzen, Atemnot, Schwellung von Gesicht oder Zunge, Hautausschlag mit Blasen oder bei Brustschmerz gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.

Ibuflam ist der Markenname, unter dem Zentiva Ibuprofen in mehreren Stärken vertreibt.
Zulassungsinhaber ist die Winthrop Arzneimittel GmbH in Frankfurt, Zentiva Pharma der
Mitvertreiber. Die Zulassung für die 600-mg-Tablette wurde am 14. September 1989 erteilt, die
letzte Verlängerung 2013. Grundlage dieses Textes sind die Fachinformation von Ibuflam 600 mg
Lichtenstein (Stand September 2024), die Gebrauchsinformation derselben Tablette und die
Fachinformation von Ibuflam akut 400 mg (Stand August 2025).

Der Zusatz „Lichtenstein“ gehört zum Handelsnamen aller drei Filmtabletten mit 400, 600 und
800 mg. Wer „Ibuflam 600“ sucht, meint die 600-mg-Filmtablette.

Was in Ibuflam 600 steckt

Jede Filmtablette enthält 600 mg Ibuprofen und als Hilfsstoff Lactose-Monohydrat. Die
Tablette ist weiß bis blassgelb, länglich, 20,6 mm lang und hat auf beiden Seiten eine
Bruchkerbe; sie lässt sich laut Fachinformation in zwei gleiche Hälften teilen. Packungen gibt
es mit 10, 20, 50 und 100 Tabletten. Die Fachinformation stuft Ibuflam 600 als
verschreibungspflichtig ein, Ibuflam akut 400 mg dagegen als apothekenpflichtig. Daneben gibt es
Ibuflam 800 mg Lichtenstein Filmtabletten und 800 mg Retardtabletten, beide ebenfalls
rezeptpflichtig.

Wofür Ibuflam 600 zugelassen ist

Die Fachinformation nennt die symptomatische Behandlung von Schmerz und Entzündung bei akuten
Arthritiden einschließlich Gichtanfall, bei chronischen Arthritiden wie der rheumatoiden
Arthritis, bei Morbus Bechterew und anderen entzündlich-rheumatischen Wirbelsäulenerkrankungen,
bei Reizzuständen von Arthrosen und Spondylarthrosen, bei entzündlichen weichteilrheumatischen
Erkrankungen sowie bei schmerzhaften Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen oder
Operationen. Fieber und leichte Alltagsschmerzen stehen nur in der Fachinformation der
400-mg-Tablette. Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren dürfen Ibuflam 600 nicht einnehmen,
weil der Wirkstoffgehalt zu hoch ist.

Was die Fachinformation zur Dosis sagt

Für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren nennt die Fachinformation einen Bereich von 1.200
bis 2.400 mg Ibuprofen pro Tag, das entspricht zwei bis vier Tabletten. Die Einzeldosis liegt
bei einer halben bis einer Tablette; mehr als 800 mg auf einmal sollen es nicht sein. Die Tablette
wird unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit und nicht auf nüchternen Magen eingenommen, bei
empfindlichem Magen zu den Mahlzeiten. Über die Dauer entscheidet die behandelnde Ärztin; bei
rheumatischen Erkrankungen kann eine längere Einnahme nötig sein. Der Grundsatz der
Fachinformation lautet: die niedrigste wirksame Dosis für die kürzeste nötige Zeit. Bei leichter
bis mäßiger Einschränkung von Niere oder Leber ist keine Dosisreduktion vorgesehen, ältere
Menschen sollen besonders sorgfältig überwacht werden.

Wie Ibuprofen wirkt

Ibuprofen gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) aus der Gruppe der
Propionsäure-Derivate. Es hemmt die Bildung von Prostaglandinen, den Botenstoffen, die
Entzündung, Schmerz und Fieber vermitteln; beim Menschen reduziert es laut Fachinformation
entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber. Zusätzlich hemmt es vorübergehend die
Verklumpung der Blutplättchen. Die höchste Konzentration im Blut ist nach ein bis zwei Stunden
erreicht, die Halbwertszeit beträgt 1,8 bis 3,5 Stunden, die Bindung an Plasmaeiweiß rund 99
Prozent. Die unwirksamen Abbauprodukte verlassen den Körper zu 90 Prozent über die Niere.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Nebenwirkungen sind laut Fachinformation überwiegend dosisabhängig. Sehr
häufig
(mehr als 1 von 10): Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen,
Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringe Blutverluste aus dem
Magen-Darm-Trakt. Häufig (1 bis 10 von 100): Magen-Darm-Geschwüre, unter Umständen
mit Blutung und Durchbruch, Mundschleimhautentzündung, Verschlechterung von Colitis ulcerosa
und Morbus Crohn, dazu Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit und
Müdigkeit. Gelegentlich (1 bis 10 von 1.000): Überempfindlichkeit mit
Hautausschlag, Juckreiz und Asthmaanfällen, Sehstörungen, Gastritis, Ödeme, nephrotisches
Syndrom und interstitielle Nierenentzündung. Selten (1 bis 10 von 10.000):
Ohrgeräusche und Hörverlust.

Sehr selten (weniger als 1 von 10.000): Störungen der Blutbildung, schwere
allergische Reaktionen bis zum Schock, psychotische Reaktionen, Depression, Herzklopfen,
Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenentzündung,
Leberschäden, schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom, Haarausfall, aseptische
Hirnhautentzündung, Verschlechterung von Infektionen und Nierengewebsschäden. Ohne
abschätzbare Häufigkeit: das Kounis-Syndrom, eine allergisch ausgelöste Verengung der
Herzkranzgefäße, sowie die Hautreaktionen DRESS und AGEP.

Herz, Magen, ASS und Gegenanzeigen

Klinische Studien weisen laut Fachinformation darauf hin, dass Ibuprofen in hohen Dosen von
2.400 mg pro Tag mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall
verbunden sein kann; für Dosen bis 1.200 mg pro Tag zeigen epidemiologische Studien kein erhöhtes
Risiko. Wer Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, eine koronare Herzkrankheit oder Durchblutungsstörungen
hat, soll hohe Dosen vermeiden. Das Risiko für Magen-Darm-Blutungen steigt mit Dosis, Dauer und
Alter; bei Menschen mit früheren Magen-Darm-Problemen, vor allem im höheren Alter, und bei
gleichzeitiger Einnahme von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure kommt laut Fachinformation ein
Magenschutz in Betracht. Ibuprofen kann die gerinnungshemmende Wirkung von niedrig dosierter
Acetylsalicylsäure abschwächen, wenn es innerhalb von acht Stunden davor oder 30 Minuten danach
eingenommen wird.

Gegenanzeigen sind unter anderem frühere Asthmaanfälle oder Nesselsucht nach Schmerzmitteln,
ungeklärte Blutbildungsstörungen, wiederholte Magengeschwüre oder Blutungen, aktive
Blutungen, schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, schwere Herzinsuffizienz, schwere
Austrocknung, das letzte Schwangerschaftsdrittel und ein Alter unter 15 Jahren.

Häufige Fragen

Ist Ibuflam 600 rezeptpflichtig?

Ja. Die Fachinformation stuft Ibuflam 600 mg Lichtenstein als verschreibungspflichtig ein. Rezeptfrei in der Apotheke gibt es Ibuflam akut 400 mg.

Wie viele Ibuflam 600 darf man am Tag nehmen?

Die Fachinformation nennt 1.200 bis 2.400 mg Ibuprofen pro Tag, also zwei bis vier Tabletten, und höchstens 800 mg je Einzeldosis. Deine Dosis legt deine Ärztin fest.

Wie schnell wirkt Ibuflam 600?

Die höchste Konzentration im Blut ist laut Fachinformation nach ein bis zwei Stunden erreicht. Einen Zeitpunkt für den Wirkeintritt nennt sie nicht.

Wie lange wirkt Ibuflam 600?

Die Halbwertszeit beträgt 1,8 bis 3,5 Stunden. Eine Wirkdauer in Stunden gibt die Fachinformation nicht an.

Was ist der Unterschied zwischen Ibuflam 600 und Ibuflam 800?

Beide sind rezeptpflichtige Filmtabletten von Zentiva mit Fachinformation vom September 2024; sie unterscheiden sich im Wirkstoffgehalt. Die 800-mg-Tablette entspricht der maximalen Einzeldosis.

Darf ich Ibuflam 600 auf nüchternen Magen nehmen?

Nein. Die Fachinformation schreibt die Einnahme mit reichlich Flüssigkeit und nicht auf nüchternen Magen vor, bei empfindlichem Magen zu den Mahlzeiten.

Quellen

Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

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