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Stand: September 2026 · geprüft von der Redaktion
Kurzantwort: Salofalk ist der Handelsname von Mesalazin (5-Aminosalicylsäure) des Herstellers Dr. Falk Pharma. Es gibt magensaftresistente Tabletten, Granu-Stix zum Schlucken, Zäpfchen und Klysmen. Die Tabletten sind laut Fachinformation bei Colitis ulcerosa im akuten Schub und zur Rezidivvermeidung sowie bei Morbus Crohn im akuten Schub zugelassen; Granu-Stix bei leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa, Zäpfchen bei Entzündungen des Mastdarms. Mesalazin wirkt örtlich an der Darmschleimhaut. Häufig (1 bis 10 von 100) sind Kopfschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz; die Fachinformation verlangt Blut- und Urinkontrollen vor und während der Behandlung.
Wichtig: Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch. Setze ein Medikament nie eigenmächtig ab und ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache. Bei unerklärlichen Blutungen, blauen Flecken, Fieber mit Halsschmerzen, Brustschmerz oder Atemnot, starken Bauchschmerzen mit Fieber, Hautausschlag mit Blasen oder Schleimhautwunden sowie bei schweren Kopfschmerzen mit Sehstörungen gehe sofort zur Ärztin oder in die Notaufnahme.
Salofalk ist verschreibungspflichtig; Zulassungsinhaber ist die Dr. Falk Pharma GmbH in
Freiburg. Grundlage dieses Textes sind drei Fachinformationen des Herstellers: Salofalk 500 mg magensaftresistente Tabletten (Stand
Januar 2025), Salofalk Granu-Stix (Stand Mai 2025) und Salofalk 1000 mg Zäpfchen (Stand Januar
2025).
Welche Salofalk-Formen es gibt
Salofalk gibt es als magensaftresistente Tabletten mit 250 mg, 500 mg und 1 g, als Granu-Stix
mit 500 mg, 1000 mg, 1,5 g und 3 g Retardgranulat im Beutel, als Zäpfchen mit 250 mg, 500 mg und
1000 mg und als Klysmen mit 4 g in 60 ml. Welche Form zu dir passt, hängt davon ab, wo die Entzündung
sitzt, und entscheidet deine Ärztin.
Wie Mesalazin wirkt
Der Mechanismus der entzündungshemmenden Wirkung ist laut Fachinformation unbekannt. Laborstudien deuten auf eine Hemmung der Lipoxygenase, einen Einfluss auf
den Prostaglandingehalt der Darmschleimhaut und eine Funktion als Radikalfänger hin. Belegt ist,
dass Mesalazin vom Darminneren her örtlich an der Schleimhaut wirkt; die Konzentration im Blut
spielt für die Wirksamkeit keine Rolle, nur für die Sicherheit.
Damit der Wirkstoff den entzündeten Darmabschnitt erreicht, sind die Tabletten mit Eudragit L
überzogen; sie lösen sich pH-abhängig erst hinter dem Magen auf. Laut Fachinformation
erreichen die 500-mg-Tabletten bei nüchternen Probanden den Übergang von Dünn- zu Dickdarm nach
drei bis vier Stunden und den aufsteigenden Dickdarm nach vier bis fünf Stunden. Im Körper wird Mesalazin zur unwirksamen N-Acetyl-5-ASA umgebaut; der
Hauptanteil verlässt den Körper mit dem Stuhl, 20 bis 50 Prozent über die Niere.
Wofür die einzelnen Formen zugelassen sind
Salofalk 500 mg Tabletten sind laut Fachinformation zugelassen bei Colitis ulcerosa, sowohl im
akuten Schub als auch zur Vermeidung eines Rezidivs, und bei Morbus Crohn zur Behandlung des
akuten Schubs. Salofalk Granu-Stix sind für die Akutbehandlung und Rezidivprophylaxe der leichten
bis mittelschweren Colitis ulcerosa zugelassen. Salofalk 1000 mg Zäpfchen dienen der
Akutbehandlung einer leichten bis mittelschweren Colitis ulcerosa, die auf das Rektum beschränkt
ist, der sogenannten ulcerativen Proktitis. Die Wirksamkeit bei Kindern ab sechs Jahren ist laut
Fachinformation nur in begrenztem Umfang belegt.
Was die Fachinformation zur Dosis sagt
Für die 500-mg-Tabletten nennt die Fachinformation beim akuten Schub einer Colitis ulcerosa
1,5 bis 3,0 g Mesalazin pro Tag, verteilt auf dreimal ein bis zwei Tabletten; beim akuten Schub
eines Morbus Crohn 1,5 bis 4,5 g, also dreimal ein bis drei Tabletten; zur Dauerbehandlung 1,5 g,
dreimal eine Tablette. Die Tabletten werden morgens, mittags und abends eine Stunde vor den
Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit geschluckt. Granu-Stix werden einmal täglich,
vorzugsweise morgens, in einer Dosis von 1,5 bis 3 g eingenommen; das Granulat darf nicht
zerkaut werden. Das 1000-mg-Zäpfchen wird einmal täglich, am besten vor dem Schlafengehen,
rektal angewendet.
Die Akutbehandlung dauert laut Fachinformation üblicherweise acht Wochen; die Dauer legt die
Ärztin fest. Für Kinder ab sechs Jahren gibt die Fachinformation im akuten Schub 30 bis 50 mg je
Kilogramm Körpergewicht an, höchstens 75 mg/kg, und rät, bis 40 kg Körpergewicht die halbe
Erwachsenendosis zu geben. Alle drei Fachinformationen betonen, dass die Einnahme regelmäßig und
konsequent erfolgen muss, weil nur so der Heilungserfolg eintritt.
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Häufig (1 bis 10 von 100): Kopfschmerzen, Hautausschlag und Juckreiz.
Gelegentlich (1 bis 10 von 1.000): Bauchschmerzen, Durchfall, Verdauungsstörungen,
Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, akute Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie erhöhte Leber- und
Pankreasenzyme und eine erhöhte Zahl eosinophiler Zellen. Selten (1 bis 10 von
10.000): Schwindel, Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung, cholestatische Hepatitis,
Lichtempfindlichkeit, Gelenkschmerzen, Kraftlosigkeit und Müdigkeit. Sehr
selten (weniger als 1 von 10.000): Blutbildveränderungen bis zur Agranulozytose,
Überempfindlichkeitsreaktionen wie Medikamentenfieber oder ein Lupus-ähnliches Syndrom,
periphere Nervenschäden, allergische und fibrotische Lungenreaktionen, Hepatitis, Haarausfall,
Muskelschmerzen, Nierenfunktionsstörungen einschließlich interstitieller Nephritis und eine
umkehrbare Verminderung der Spermienzahl. Ohne abschätzbare Häufigkeit: Nierensteine, ein
erhöhter Hirndruck (idiopathische intrakranielle Hypertonie) und die schweren Hautreaktionen
DRESS, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse.
Kontrollen, Warnhinweise, Wechselwirkungen
Die Fachinformation sieht Blut- und Urinuntersuchungen vor und während der Behandlung vor:
Differenzialblutbild, Leberwerte wie ALT oder AST, Serum-Kreatinin und Urinstatus, als
Richtlinie 14 Tage nach Beginn, dann zwei- bis dreimal im Abstand von vier Wochen, bei normalem
Befund vierteljährlich. Bei Nierenfunktionsstörungen soll Mesalazin nicht angewendet werden;
verschlechtert sich die Nierenfunktion unter der Behandlung, wird die Einnahme sofort beendet.
Wegen gemeldeter Nierensteine soll ausreichend getrunken werden. Bei Verdacht auf
Blutbildveränderungen, bei Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung und beim ersten Anzeichen
schwerer Hautreaktionen wird Salofalk abgesetzt.
Wer Sulfasalazin nicht verträgt, soll Mesalazin nur unter sorgfältiger ärztlicher Kontrolle
beginnen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Tioguanin ist mit
einer stärkeren Knochenmarkhemmung zu rechnen; ein schwacher Hinweis spricht dafür, dass
Mesalazin die Wirkung von Warfarin abschwächt. Nach Kontakt mit Hypochlorit-Bleichmitteln kann sich der
Urin rotbraun verfärben; nach einer Darmoperation im Bereich der Ileozökalklappe können
Tabletten unaufgelöst im Stuhl erscheinen. In der Schwangerschaft soll Salofalk nur angewendet werden, wenn
der Nutzen das Risiko übersteigt; in die Muttermilch geht rund ein Prozent der Dosis über.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis Salofalk wirkt?
Die Fachinformation nennt keinen Zeitpunkt für den Wirkeintritt. Die Akutbehandlung eines Schubs dauert üblicherweise acht Wochen.
Ist Salofalk ein Kortison?
Nein. Mesalazin ist ein Aminosalicylat, das örtlich an der Darmschleimhaut wirkt, und hat mit Kortison nichts zu tun.
Muss ich Salofalk vor oder nach dem Essen nehmen?
Die 500-mg-Tabletten werden laut Fachinformation eine Stunde vor den Mahlzeiten genommen, Granu-Stix einmal täglich, vorzugsweise morgens.
Darf ich Salofalk in der Schwangerschaft nehmen?
Die Fachinformation sieht für eine begrenzte Zahl von Schwangerschaften keine negativen Auswirkungen, verlangt aber eine Abwägung von Nutzen und Risiko durch die Ärztin.
Warum sind Blutkontrollen nötig?
Weil Mesalazin sehr selten Blutbild, Leber und Nieren schädigen kann. Die Fachinformation empfiehlt Kontrollen nach 14 Tagen, dann alle vier Wochen und später vierteljährlich.
Wie lange muss ich Salofalk nehmen?
Das legt die Ärztin fest. Zur Vermeidung eines Rezidivs bei Colitis ulcerosa ist eine Dauerbehandlung mit 1,5 g pro Tag vorgesehen.
Quellen
- Fachinformation Salofalk 500 mg magensaftresistente Tabletten (Dr. Falk Pharma, Stand Januar 2025), Abschnitte 4.1 bis 5.2 — abgerufen am 11. September 2026
- Fachinformation Salofalk Granu-Stix 500 mg / 1000 mg / 1,5 g / 3 g Retardgranulat (Dr. Falk Pharma, Stand Mai 2025), Abschnitte 4.1 und 4.2 — abgerufen am 11. September 2026
- Fachinformation Salofalk 1000 mg Zäpfchen (Dr. Falk Pharma, Stand Januar 2025), Abschnitte 4.1 bis 4.4 — abgerufen am 11. September 2026
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Nebenwirkungen melden — abgerufen am 11. September 2026
Redaktion gesundheitscenter.net — hier wird zusammengetragen, was Fachinformationen, Leitlinien und Behörden zu einem Thema sagen. Der Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
